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Newsletter 2018/1

Neues von der Geschichtsmanufaktur – nach langer Zeit melden wir uns mit unserem Newsletter zurück. Und einiges hat sich getan:

Neuer Mitarbeiter
Im Oktober begrüßten wir Stephan Pietsch (Kunsthistoriker) in unserem Team. Er unterstützt uns an zwei Tagen in der Woche als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Werne up’n Patt
Im Juli 2017 haben wir die Leitung eines zweijährigen Projektes im Stadtmuseum Werne übernommen. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Mobilität und Mobilitätswandel früher, heute und morgen. Dabei entwickeln wir spannende neue Formate, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.
Seit Februar läuft im Rahmen des Projekts eine von uns kuratierte Schaufensterausstellung in fünf leerstehenden Schaufenstern der Werneraner Innenstadt. Ausstellungstitel: „Mit rasender Geschwindigkeit. Wie steuert Werne in die Zukunft?“ Unterstützung bei der Umsetzung hatten wir vom Szenografiebüro PRINZTRÄGER aus Bochum und von konter – Studio für Gestaltung aus Dortmund. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 20.5.2018. Keine Zeit zum Besuch vor Ort? Dann gibt’s hier schöne Bildchen: http://geschichtsmanufaktur.com/schaufensterausstellung-mit-rasender-geschwindigkeit-wie-steuert-werne-in-die-zukunft/

Vielfalt verortet in Unna
Seit Oktober ist unser digitaler Stadtplan zum Thema Migration nach Unna nach 1945 online. Über 80 Stationen sind im Plan enthalten. Sie erzählen von den Schicksalen der Migranten genauso wie von den Orten, die für die Migrationsgeschichte Unnas wichtig waren und noch sind. Das Besondere: Den Plan haben wir in fünf Sprachen erstellt: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch und Arabisch. Zu sehen ist er unter vielfalt-verortet-in-unna.de
Die technische Umsetzung erfolgte durch zehn23 – studio für gestaltung und godesign.

Goldene Zeiten?
Schon länger betreuen wir die Restaurierung des Werdener Kruzifixes (11.Jh.). Seit vergangenem Sommer informiert nun die Ausstellung „Goldene Zeiten?“ in der Schatzkammer St. Ludgerus in Essen-Werden über die Restaurierung und die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Sommer erscheint der Begleitband zur Restaurierung.

Konzeptionsarbeiten
Für das Städtische Museum Medebach haben wir die Neukonzeption der bestehenden Dauerausstellung übernommen.
Für das neue Museum im Bahnhof Grevenbrück (Lennestadt) entwickeln wir ebenfalls die Dauerausstellung.
Und für das Besucherzentrum an den Bruchhauser Steinen gibt’s auch eine neue Dauerausstellung von uns. Wir freuen uns, nun auch im Bereich Geologie unterwegs zu sein.

Wir bei Instagram
Man kann uns nicht mehr nur bei Facebook (facebook.com/geschichtsmanufaktur) folgen, sondern nun auch bei Instagram. Besuchen Sie uns auf instagram.com/geschichtsmanufaktur. Es gibt viel Einblicke in unsere Arbeiten.

Schaufensterausstellung: Mit rasender Geschwindigkeit. Wie steuert Werne in die Zukunft?

Im Rahmen des Projekts “Werne up’n Patt” haben wir eine Ausstellung zum Thema Geschwindigkeit kuratiert. Wie nehmen wir Geschwindigkeit wahr, wie verändert Geschwindigkeit unser Leben und mit welcher Geschwindigkeit verändern sich unsere Möglichkeiten, Geschwindigkeit zu erfahren?

 

All diesen Fragen wird in fünf Schaufenstern der Werneraner Innenstadt nachgegangen – nicht im Museum, in Schaufenstern findet sie statt. So möchten wir möglichst viele Menschen erreichen und mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. Bis zum 20.Mai 2018 ist die Ausstellung zu sehen. Mehr dazu unter: werne-upn-patt.de/schaufensterausstellung

 

 

 

 

Fotos: Sebastian Becker

Museumskoffer zur Stadtgeschichte Unnas

Für das Hellweg-Museum in Unna hat die Geschichtsmanufaktur einen Museumskoffer entwickelt, der sich speziell an Migranten richtet. Besonders Teilenehmer an Deutschkursen mit fortgeschrittenen Deutschkenntnissen können sich mit dem Koffer über die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt informieren. Der Koffer ist im Museum ausleihbar.

 

App “Vielfalt verortet in Unna”

Gemeinsam mit zehn23 und godesign hat die Geschichtsmanufaktur für die Ausstellung “Ankommen. Auskommen” im Hellweg-Museum in Unna eine App entwickelt, die über die Migration nach Unna nach 1945 informiert. Über 70 Orte wurden in die App aufgenommen, die Migrationsgeschichte und aktuelle Angebote für Migraten in Unna präsentieren. Außerdem finden sich zahlreiche persönliche Statements von Menschen mit Migrationshintergrund in der App, dir über ihre ersten  Erfahrungen in Unna berichten und die Orte benennen, die für sie etwas ganz Besonderes sind.

Zu sehen ist die App unter www.vielfalt-verortet-in-unna.de

 

Ausstellung “Goldene Zeiten?”

Am 2. September eröffnete in der Schatzkammer St.Ludgerus in Essen-Werden eine Sonderausstellung zum Werdener Kruzifix. Die Ausstellung wurde von der Geschichtsmanufaktur in Zusammenarbeit mit Andrea Wegener (Schatzkammer St.Ludgerus) konzipiert und umgesetzt. Die Ausstellung läuft bis zum 23. Dezember 2017.

Ausstellung “750 Jahre Kollegiatstift St. Stephanus”

Am letzten Augustwochenende eröffnete die von der Geschichtsmanufaktur mit konzipierte Ausstellung “Gemeinsam. Miteinander, Vielfalt und gegenseitige Unterstützung.
750 Jahre Kollegiatstift St. Stephanus, 550 Jahre Bruderschaft der Beckumer Bauknechte.” im Stadtmuseum Beckum. Die Ausstellung wird dort bis zum 7. Januar 2018 zu sehen sein. Die Geschichtsmanufaktur verfasste das grobkonzept, einige Austellungstexte und einen Kurzführer zur Stiftsgeschichte.

Quelle: Die Glocke, 24.8.17

Quelle: Die Glocke, 26.8.17

Quelle: Die Glocke, 29.8.17

Newsletter 2017 – 1

Scheinselbstständigkeit – die Honorarhöhe spielt eine entscheidende Rolle

Auch in 2017 lässt das Thema „Scheinselbstständigkeit“ die Kulturbranche nicht los. Im Frühjahr fiel bereits ein richtungsweisendes Urteil, dass für viele Auftraggeber und -nehmer spannend ist:
So sprach der 12. Senat des Bundessozialgerichts ein Urteil, das auch die Höhe der Honorare miteinbezog, die ein Auftragnehmer (in diesem Falle ein für den Landkreis Erlangen-Höchstadt tätiger Heilpädagoge) seinem Auftraggeber in Rechnung stellte.
Ausschlaggebend war in diesem Falle, dass der Stundensatz des freiberuflichen Heilpädagogen deutlich oberhalb des Stundensatzes eines Angestellten mit gleicher Tätigkeit liegt. Das Gericht hob besonders hervor, dass man als Freiberufler verpflichtet ist, den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung eigenständig zu zahlen und außerdem weitere Vorsorgen zu betreiben hat, die sonst der Arbeitgeber übernimmt.
Ein spannendes Urteil, das auch Auswirkungen auf die Honorarverhandlungen in der Kulturbranche haben kann!

Quelle: https://www.vgsd.de/bundessozialgericht-fuehrt-honorarhoehe-als-wichtiges-kriterium-fuer-selbststaendigkeit-ein/

Und sonst?
Seit Jahresanfang transkribieren wir das Nekrolog des Klosters Fischbeck aus dem 13. Jahrhundert für die Universität Mannheim.

Für den von uns und zehn23 – studio für gestaltung entwickelten digitalen Stadtplan der Stadt Unna zum Thema „Migration nach 1945“ sammeln wir Zeitzeugenberichte von Migranten – spannende Menschen, spannende Geschichten!

Für das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo entwickeln wir ein umfassendes museumspädagogisches Konzept für eine Sonderausstellung zum „Röhrentrupper Rezess“. Auch für das Rock- ´n`Popmuseum in Gronau sind wir konzeptionell in der Museumspädagogik tätig.

Im Juni werden wir die Geschichtsmanufaktur an der Universität Münster vorstellen. Wir sind eingeladen, unsere Firma und die damit verbundenen Tätigkeiten in der Seminarreihe „Berufe für Historiker*innen“ zu präsentieren.

Unsere weiteren Projekte:

-          Projektkoordination der Restaurierung des Werdener Kruzifixes (11.Jhrd.)
-          Wissenschaftliche Beratung für einen Audioguides und museumspädagogische Konzeptionen für das entstehende „Kulturzentrum Westmünsterland“ in Vreden
-          Entwicklung eines Museumskoffers für erwachsene Migranten zum Thema „Geschichte der Stadt Unna“

Newsletter 2016 – 4

Wie wir wissen, wissen wir nichts! – Das Thema Scheinselbstständigkeit ist und bleibt akut und schwer greifbar.
Bereits im Frühjahr haben wir an dieser Stelle über ein Thema berichtet, dass viele Museen und ihre freien Mitarbeiter beschäftigt: Die Scheinselbstständigkeit.
Zahlreiche Museen stehen momentan auf der Prüfliste der Deutschen Rentenversicherung. Im Blick sind vor allem die freiberuflichen Museumspädagogen, doch das könnte sich in Zukunft ändern. Denn nach Auffassung der DRV ist das Museum eine Einrichtung, in der sich jedwede freiberufliche Arbeit generell verbietet.
Was dies sowohl für die Museen als auch für die dienstleistenden Unternehmen für Folgen hätte, lässt sich ungefähr erahnen…
Doch bis heute ist jede Prüfung auf Scheinselbstständigkeit eine Einzelprüfung mit ungewissem Ausgang. So wurde das Technoseum Mannheim vom Sozialgericht dazu verurteilt, seine 87 freiberuflichen Museumspädagogen einzustellen und ihre Sozialversicherungsbeiträge nach zu zahlen. Dieses Urteil wurde jedoch in einigen Fällen vom Landessozialgericht Stuttgart in einem zweiten Prozess wieder aufgehoben. So wird von Museum zu Museum, von Gericht zu Gericht unterschiedlich entschieden und dies in Prozessen, die oft erst nach langen Jahren ein Ende finden.
Würden durch die Prüfverfahren an den Museen tatsächlich vollwertige Stellen geschaffen und besonders die nicht selten unter prekären Bedingungen arbeitenden Museumspädagogen dauerhaft angestellt, so wäre das eine positive Entwicklung. Doch die anhaltenden massiven Kürzungen im Kulturetat der Städte und Kommunen verhindern dies. Stattdessen schaffen einige Museen in der Not 10% oder 15%-Stellen, die allenfalls Leute besetzen können, die den Beruf des Museumspädagogen nicht als Beruf, sondern als Hobby ausüben.
Um eine für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Museen und Freiberuflern auf Dauer zu ermöglichen, versuchen der Deutsche Museumsbund, der Bund freiberuflicher Kulturwissenschaftler und der Bundesverband der Museumspädagogen nun Verträge zu erarbeiten, die bei Auftragsvergabe zwischen Museum und Dienstleister geschlossen werden können und die eine rechtliche Absicherung beider Seiten ermöglicht. Doch so lange müssen Museen und ihre Dienstleister mit der Gewissheit klarkommen, dass auch sie in rechtlichen Grauzonen arbeiten.

Und sonst?

Im Oktober endete die von der Geschichtsmanufaktur durchgeführte „Qualifikation zum Museumsmoderator“ im Kreis Olpe. Insgesamt 13 hoch motivierte Männer und Frauen werden zukünftig die Museen des Kreises unterstützen. Bemerkenswert war das junge Alter einiger Teilnehmer: So nahmen mit großem Erfolg 14- und 15-Jährige an der Qualifikation teil.

Im November präsentiert die Geschichtsmanufaktur ihr Konzept der Museumsführerqualifikation vor der Strukturkommission der Bezirksregierung Arnsberg.

Ab November entwickelt die Geschichtsmanufaktur gemeinsam mit dem Unternehmen zehn23 eine App zum Thema „Migration in Unna seit 1945“. Außerdem soll ein Museumskoffer zum Thema „Die Stadtgeschichte Unnas“ entstehen, der sich speziell an Flüchtlinge richtet. Die Arbeiten sind Teil eines vom Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstiftung des Bundes unterstützen Projektes, dass u.a. auch eine Ausstellung beinhaltet.

Folgende Projekte betreut die Geschichtsmanufaktur momentan außerdem:

-          Kuratierung einer Ausstellung zum 750.jährigen Jubiläum des Stiftes Beckum
-          Projektkoordination der Restaurierung des Werdener Kruzifixes (11.Jhrd.)
-          Projektmanagement eines Audioguides und der Museumspädagogik für das entstehende „Kulturzentrum Westmünsterland“ in Vreden
-          Transkription eines Nekrologs

Wir wünschen allen unseren Lesern eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in 2017!

Newsletter 2016 – 3

 Universitäten als Förderer prekärer Arbeitsbedingungen in der Kultur?

Für viele Geschichts- und Archäologiestudenten ist es ein Traum: Die spätere Arbeit in und für Museen. Um solche Tätigkeiten nach dem Studium übernehmen zu können, bietet sich die Sammlung praktischer Erfahrungen bereits während des Studiums an. Immer mehr Universitäten setzen daher darauf, in Seminaren Ausstellungsideen zu entwickeln, die tatsächliche Umsetzung zu planen oder Ausstellungstexte zu schreiben. Besondere Freude herrscht natürlich bei allen Beteiligten, wenn es nicht bei theoretischen Überlegungen auf dem Papier bleibt, sondern die Ausstellungen dann tatsächlich in die Tat umgesetzt werden und von einem breiten Publikum betrachtet werden können.
Doch in den letzten Jahren setzt sich an den Universitäten und Fachhochschulen ein kritisch zu betrachtender Trend durch: Zu günstigen Konditionen bieten Lehrstuhlinhaber ihr Knowhow an, wenn es um die Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen geht. Diese Konditionen können jedoch nur aus zwei Gründen gehalten werden: Zunächst wird die Leistung von einem Angestellten angeboten, der auf Nebeneinkünfte nicht angewiesen sein dürfte. Des Weiteren werden als Projektmitarbeiter in immer häufigeren Fällen Studenten heran gezogen, die wiederum auf Grund ihres Studentenstatus ein nur geringes Gehalt beziehen – wenn ihre Tätigkeit nicht im Rahmen eines Seminars stattfindet und eine Vergütung somit nicht stattfindet.
Verstehen kann man die Motivation aller Beteiligten: Die Auftraggeber leiden unter knappen Kassen und freuen sich über günstige Anbieter. Universitäre Einrichtungen auch in den Geisteswissenschaften sind immer stärker auf das Einwerben von Drittmitteln angewiesen – Mittel die sie, sollte der Auftragnehmer wie es verstärkt vorkommt, nicht noch nebenberuflich eine Agentur zur Ausstellungsplanung betreiben, so akquirieren. Und die Studenten erarbeiten sich praktische Berufserfahrung.
Doch die Nachteile der Ausstellungsvergabe an Universitäten und Lehrstuhlinhaber sind nicht von den Hand zu weisen: Dauert das Projekt länger als ein Semester, sind die mitarbeitenden Studenten oft mit anderen Aufgaben beschäftigt und können ihre Arbeit nicht gesichert zu Ende führen. Die von Studenten erstellten Texte sind oft extrem wissenschaftlich und besucherfern – beides sind Erfahrungen, die vor kurzem ein NS-Dokumentationszentrum machen musste. Für selbstständig arbeitende Kuratoren stellt sich aber ein weiteres Problem ein: Die Konditionen, die Universitäten und Lehrstühle ihren Kunden bieten, können Selbstständige und Firmen nie erfüllen, wollen sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Studenten wird wiederum ein unrealistisches Preisgefüge in der Kulturlandschaft vermittelt. Ein Bild, von dem sie sich nach Studienabschluss nur schwer lösen können und sie dann, sollten sie als selbstständige Kuratoren arbeiten, verstärkt in prekäre Verhältnisse drängt.
Daher sollte die Auftragsvergabe an Studenten und Professoren stets von mehreren Seiten überdacht werden.

Und sonst?
Für das „Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland“ hat die Geschichtsmanufaktur die Projektleitung der Konzeption und Umsetzung des  Audioguides übernommen. Des Weiteren erarbeiten wir die Museumspädagogik zur Dauerausstellung.
Wir freuen uns, vom LWL-Museumsamt als das Unternehmen ausgewählt worden zu sein, das in den kommenden Jahren die Museumspädagogik der Wanderausstellungen des Museumsamtes konzipiert.
Für das Landesmuseum für Archäologie in Herne entwickeln wir drei museumspädagogische Programme, die in der kommenden Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ zum Einsatz kommen.
Außerdem arbeiten wir seit einiger Zeit an folgenden Projekten:

-          Projektleitung der Restaurierung des Werdener Kruzifixes (Bronzekruzifix, 11. Jhrd.)
-          Kuratierung einer Ausstellung zur 750jährigen Gründung des Stiftes Beckum
-          Ausbildung von Museummoderatoren für die Museen des Kreises Olpe

Newsletter 2016-2

Gesetz gegen den „Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit“ kann für viele Museen und ihre freien Mitarbeiter zum Problem werden
Schon länger ist es Gesprächsthema in vielen Museen: Das geplante Gesetz gegen den „Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit“, das Anfang 2017 in Kraft treten soll.
Das Gesetz richtet sich nicht in erster Linie an Kultureinrichtungen oder ihre Auftragnehmer, vielmehr stehen Firmen der Automobil- oder Baubranche im Focus, bei denen Leiharbeit Gang und Gebe ist. Doch auch für kommunale Einrichtungen oder Firmen, die mit Freiberuflern arbeiten, kann sich das Gesetz als Stolperfalle entpuppen. Dies hängt mit den Kriterien scheinselbstständiger Arbeit zusammen, die das Gesetz definiert. Demnach befindet sich derjenige in einem scheinselbstständigen Arbeitsverhältnis, der:

  • seine Arbeitszeit und seine geschuldete Leistung nicht frei gestalten kann
  • seine Leitungen überwiegend in den Räumen eines anderen erbringt
  • zur Leistungserbringung regelmäßig die Mittel eines anderen nutzt
  • eine Leistung in Zusammenarbeit mit Personen erbringt, die von einem anderen eingesetzt oder beauftragt sind
  • keine eigene betriebliche Organisation unterhält
  • ausschließlich oder überwiegend für einen anderen tätig ist
  • Leistungen erbringt, die nicht auf die Herstellung oder Erreichung eines bestimmten Arbeitsergebnisses oder -erfolgs gerichtet sind
  • keine Gewähr für seine Tätigkeit leistet. (Quelle: VGSD)

Die meisten dieser Kriterien treffen auf Freiberufler jeder Branche zu, in Museen ist allerdings ein Tätigkeitfeld besonders betroffen: Es sind die freiberuflich tätigen Museumspädagogen, die nahezu jedes der o.g. Merkmale erfüllen. Man darf also davon ausgehen, dass es, sollte das Gesetz in naher Zukunft tatsächlich in Kraft treten, zu einigen Änderungen in der museumspädagogischen Landschaft der Bundesrepublik kommen wird.

Veranstaltung zur Scheinselbstständigkeit:

Der Bund freiberuflicher Kulturwissenschaftler (BfK) organisiert zum Thema Scheinselbstständigkeit im Kultursektor eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „kulturWIRTSCHAFTLICHE Fragen“.
Am 2. Mai zwischen 17 und 20 Uhr findet im Theater im Depot in Dortmund die Auftaktveranstaltung der „kulturWIRTSCHAFTLICHEN Fragen“ statt. Der Focus liegt an diesem Abend besonders auf den Museumspädagogen und der Scheinselbstständigkeit. Eine Vertreterin von Verdi und ein Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Museumspädagogen NRW beleuchten Chancen und Risiken des Gesetzentwurfs.
Mehr Informationen sowie die Anmeldemodalitäten dazu finden Sie auf www.b-f-k.de. Anmeldung bis zum 22. April unter anmeldung@b-f-k.de .

Und sonst?

Noch bis Mitte Mai zeigt das Emschertal-Museum in Herne die von der Geschichtsmanufaktur kuratierte Ausstellung „Ausgepackt – Die Glas- und Keramiksammlung des Emschertal-Museums“.

Für die Realschule an der Windmühle in Ennigerloh hat die Geschichtsmanufaktur ein Webprojekt konzipiert, bei dem sich Schüler der Jahrgangsstufe 10 mit verschiedenen Opfergruppen der NS-Zeit auseinandersetzen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Erste Ergebnisse werden ab Ende April im Netz zu sehen sein.

Voraussichtlich ab Anfang Juli bildet die Geschichtsmanufaktur Museumsmoderatoren für den Kreis Olpe aus. Schwerpunkt bei dieser Ausbildung liegt auf der Anwerbung junger Moderatoren ab 16 Jahren.