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Newsletter 2014-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2014

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2014!

Crowdfunding – eine Alternative für die Kultur?

In anderen Ländern schon weit verbreitet, ist das Crowdfunding in Deutschland noch für viele unbekanntes Terrain. Dabei bietet die “Finanzierung durch den Schwarm” neue und vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten in zahlreichen Gebieten. Vor allem die mit immer weniger Geldmitteln ausgestattetet Kulturbranche könnte profitieren. Aber was ist Crowdfunding überhaupt?

Wie die direkte Übersetzung aus dem Englischen (Schwarmfinanzierung) schon vermuten lässt, werden für Projekte Gelder von einer Menschenmenge zur Verfügung gestellt. Das funktioniert vor allem über das Internet:
Auf einer Crowdfunding-Plattform (startnext.de oder kickstarter.de sind die Bekanntesten in Deutschland) wird ein Projekt mit seinen Initiatoren ausführlich vorgestellt. Jedes Projekt beginnt mit der sogenannten “Startphase”: Es werden zunächst Befürworter des Projekts gesammelt, die nichts weiter tun müssen, als durch einen einfachen “Klick” zu bekunden, dass sie diese eine Idee für unterstützenswert halten. Diese Startphase dauert vier Wochen, die Anzahl der mindestens zu erreichenden Fans richtet sich nach der Höhe der Geldsumme, die man über das Crowdfunding einnehmen möchte. Wird die geforderte Fananzahl nicht erreicht, endet das Crowdfunding.
Ist der Monat jedoch um und es sind genügend Fans vorhanden, kommt man in die sogenannte Finanzierungsphase: Nun geht es darum, sein Projekt publik zu machen, und in einem Zeitraum von ein bis maximal drei Monaten die vorher festgelegte Summe zu akquirieren. Die Spender, die ein Projekt unterstützen, wählen selbst die Höhe ihres Beitrags. Sie gehen dabei kein Risiko ein: Kommt die angestrebte Summe nicht zusammen, erhält jeder Spender sein Geld zurück.
Ist nach spätestens drei Monaten das Fundingziel erreicht, erhält jeder Unterstützer eine kleine Gegenleistung. Diese Gegenleistungen sind meist kleine Geschenke symbolischer Natur, die in engem Zusammenhang mit dem finanzierten Projekt stehen. Bei sehr großen Projekten, die große Geldsummen akquirieren, kann dieses Geschenk auch als finanzielle Gewinnausschüttung nach erfolgreichem Projektabschluss ausfallen.
Ein bekanntes Projekt, dass über Crowdfunding finanziert wurde, ist die Website “stoersender.tv”, unterstützt vom kürzlich verstorbenen Dieter Hildebrand. Dank der prominenten Unterstützung konnten innerhalb eines kurzen Zeitraums über 125.000€ gesammelt werden.
Gerade für die notorisch unterfinanzierte Kultur kann Crowdfunding eine Möglichkeit der Co-Finanzierung darstellen. Dort, wo aus Mangel an Geldmitteln viele Projekte von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheinen, kann Crowdfunding eine Anstoß- oder Teilfinanzierung bieten. Ein Freibrief, die Gelder für kulturelle Vorhaben noch weiter zu kürzen, darf Crowdfunding jedoch nicht werden.
Auch wir haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.
Für unser Gemeinschaftsprojekt “vergangenes verorten – QR-Codes für die Stadtgeschichte” mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von “zehn23 – studio für gestaltung” suchen wir momentan eine Crowd, die sich an der Finanzierung von mindestens zwei QR-Codes an historisch-interessanten Gräbern auf dem Dortmunder Ostfriedhof beteiligt.
Informieren Sie sich unter www.startnext.de/vergangenes-verorten

Und sonst?
Am 28. Januar 814 starb Kaiser Karl der Große in Aachen. Sein Todestag jährt sich in diesem Monat zum 1200. Mal.
Die Stadt Aachen nimmt dieses Datum zum Anlass, eine große Ausstellung über das Leben und Wirken Karls des Großen zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 20.6. bis zum 21.9.2014 an drei Orten in Aachen: Im Krönungssaal des Rathauses, im Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer.
Und noch ein besonderes Ereigniss findet dieses Jahr in Aachen statt: vom 20.6.-29.6. werden vier Stoffreliquien dem Marienschrein entnommen, die sogenannte “Heiligtumsfahrt” findet statt.  Seit dem Jahr 1349 findet dieses Ereigniss alle sieben Jahre statt und zieht zahlreiche Besucher in die Stadt.

2014 ist jedoch nicht nur ein bedeutendes Jahr für Aachen, sondern für ganz Europa: Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Der LWL hat aus diesem Jahr gemeinsam mit zahlreichen Museen aus der Region Westfalen-Lippe eine Wanderausstellung zum Thema “Heimatfront” ins Leben gerufen. Sie beginnt im Februar im Mindener Museum.
Die Geschichtsmanufaktur entwickelt für diese Ausstellung ein Museumspädagogisches Programm für die Sekundarstufe I.

Für die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund habt die Geschichtsmanufaktur gemeinsam mit Geomobile eine App entwickelt, die sowohl als Informationstool für die Steinwache, als auch als Reiseführer durch Dortmund dient: Via GPS wird der Nutzer an 15 Orte in Dortmund geleitet, die für die Geschichte des Nationalsozialismus von Bedeutung sind.

(Autor:Katharina Hülscher)

Crowdfunding-Kampagne gestartet!

Unsere Crowdfunding-Kampagne für das Projekt “vergangenes verorten” ist gestartet. Momentan sammeln wir Fans, um danach in die Finanzierungsphase starten zu können.

Wenn Ihnen unsere Idee, historische Orte Dortmunds mit QR-Codes auszustatten, unterstützen Sie uns.

Hier geht es zu unserer Kampagne:

Guidyon nimmt am Leo Baeck Programm teil

Wir freuen uns, mit unserem Projekt Guidyon am Leo Baeck Programm der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung, Zukunft” teilzunehmen und gemeinsam mit Dortmunder Schülern einige jüdische Gräber auf dem Dortmunder Ostfriedhof zu erforschen und mit QR-Codes auszustatten.
Die Informationen zum Stand der Dinge gibts auf www.guidyon.de

Newsletter 2013-4

Geschichtsmanufaktur Newsletter 4/2013

Volles Haus! – Plädoyer für eine Reglementierung der Besucherzahlen bei Ausstellungen

Gut besuchte Ausstellungen sind immer ein Grund zur Freude. So sollte man zumindest meinen. Für Ausstellungskuratoren sind sie es sicherlich meistens, doch nicht ganz so rosig gestalten sich sie Situation für diejenigen, die tagtäglich in der Ausstellung arbeiten bzw. für die Besucher selbst. Je nach Räumlichkeiten eines Hauses kann der Aufenthalt in der Ausstellung, ob für Museumspädagogen, Aufsichtspersonal oder Besucher, schnell zu Anstrengung und Stress werden:

Einzelbesucher werden von geführten Gruppen immer wieder von den Vitrinen vertrieben, die Gruppen wiederum bekommen nur sehr wenige Exponate genau zu Gesicht, werden oft hektisch an den Vitrinen vorbei geschleust. Gruppen, Einzelbesucher und Museumspädagogen kommen den ausgestellten Objekten zu nahe, was dem Sicherheitspersonal die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Kommen nun noch geführte Schulklassen hinzu, wird die Situation ganz vertrackt. Oft genug werden Schüler von Erwachsenen nicht als gleichwertige Museumsbesucher akzeptiert und von den Vitrinen verdrängt. Schnell kommt man so in eine Situation der allgemeinen Unzufriedenheit: Die Eintritt zahlenden Besucher möchten zu Recht einige Minuten vor den Objekten verweilen können, ohne von einer geführten Gruppe eingekesselt und systematisch verdrängt zu werden. Geführte Gruppen wiederum möchten die Exponate, über die berichtet wird, auch zu Gesicht bekommen und nicht aus mehreren Metern Entfernung darüber unterrichtet werden, dass dort hinten theoretisch etwas Spannendes zu sehen sei – gleiches wünschen sich auch die Museumspädagogen. Und auch Schüler möchten die Möglichkeit zur ruhigen und ungestörten Objektbetrachtung bekommen.

Dabei könnte man die Situation mit einfachen Mitteln entschärfen: Zeitkarten reglementieren die Anzahl der Besucher in den Ausstellungsräumen. Wie in einigen Museen heute bereits üblich kann der Besucher bei der Buchung des Tickets ein Zeitfenster angeben, in dem er die Ausstellung betreten möchte. Die Dauer des Aufenthalts in der Ausstellung ist dann unbegrenzt. So hat das Museum die Möglichkeit zu kontrollieren, wann wie viele Personen die Ausstellung betreten und kann die Besucheranzahl von vorn herein auf ein angemessenes und somit auch angenehmes Maß reglementieren. So hat man vielleicht etwas weniger Besucher, diese sind jedoch zufrieden und kommen bestimmt gern ein zweites oder drittes Mal vorbei.

vergangenes verorten

Die Geschichte der Stadt Dortmund reicht weit in die Vergangenheit zurück. Weiter jedenfalls als die häufig propagierte Vergangenheit aus Kohle und Stahl vermuten lässt. Den meisten Besuchern der Stadt ist das gar nicht bewusst, den meisten Dortmundern selbst auch nicht. Da möchte die Geschichtsmanufaktur Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski haben wir das Projekt „vergangenes verorten“ ins Leben gerufen. Wir möchten historisch interessante Gebäude und Plätze mit QR-Codes ausstatten und via Smartphone über die Vergangenheit des Ortes berichten – sei sie nun noch sichtbar oder in der Vergangenheit verschwunden. Dazu haben wir jetzt das Dortmunder TechnologieZentrum mit QR-Codes ausgestattet. Drei Codes berichten über die Vergangenheit des Standortes an der Universität Dortmund, von der Bronzezeit über das Mittelalter bis heute. Einsehbar ist die Geschichte auch via Computer: http://vergangenes-verorten.de/dortmund

Wir möchten allerdings nicht allein Dortmund in der Geschichte verorten. Auch andere Städte sind uns herzlich willkommen. Ziel ist es, umfassende Datenbanken für die Geschichte(n) verschiedener Orte anzulegen.

Und sonst?

Vom 3.11.2013 bis zum 21.4.2014 zeigt das LWL-Museum für Archäologie in Herne eine Sonderausstellung mit dem Titel „Uruk – 5000 Jahre Megacity“. Die Ausstellung wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der deutschen Ausgrabungen in Uruk (heute Irak) von verschiedenen renommierten Museen und Instituten konzipiert. Im Berliner Pergamonmuseum konnte sie über 400.000 Besucher in fünf Monaten verzeichnen.

Ab Januar 2014 hat die Steinwache in Dortmund eine eigene App. Mit Hilfe dieser informiert das Haus über seine Geschichte, Veranstaltungen und Öffnungszeiten. Daran angeschlossen ist ein GPS-basierter Stadtführer, der Interessierte zur 15 Orten auf Dortmunder Stadtgebiet lotst, die während der NS-Zeit eine bedeutende Rolle spielten. Konzipiert und entwickelt wird die App von der Geschichtsmanufaktur und Geomobile.

Neues aus der Forschung:

Spannende und bahnbrechende Entdeckungen gab es in der Hagener Blätterhöhle. Seit im Jahr 2004 dort Skelettreste mehrere Individuen entdeckt wurden, wird die Höhle in zahlreichen Grabungskampagnen erschlossen. Die neuesten Entdeckungen gleichen einer Sensation: Nahm man bis lang an, dass die hier lebenden Jäger und Sammler von einwandernden Ackerbauern verdrängt worden seien, zeigten Funde aus der Blätterhöhle, dass beide Subsistenzweisen über 2000 Jahre lang gemeinsam existiert haben müssen. Gruppen von Ackerbauern und Jägern und Sammlern nutzen gemeinsam die Blätterhöhle als Begräbnisplatz, vermutlich vermischten sie sich sogar miteinander.

Newsletter 2013-3

Geschichtsmanufaktur Newsletter 2/2013

Indoor-Ortung via App in Museen: Greifbarer Traum oder finanzieller Alptraum?

Freilichtmuseen oder Archäologische Parks können sie schon lange nutzen: Die Ortung des Besuchers im Gelände. Via GPS und einem entsprechenden Gerät (Smartphone, Tablet oder jedes weitere Gerät mit GPS-Empfänger) ist innerhalb von Sekunden der Standort einer Person bestimmt. Praktisch, wenn ein Museum dem Besucher eine App zur Verfügung stellen kann, denn mit einer an GPS angeknüpften App kann sich der Besucher via Satellit durch das Gelände führen lassen. Doch wie ist das, wenn der Besucher das Außengelände verlässt und sich die Ausstellung im Gebäudeinneren anzuschauen? Ist dann eine Ortung und die damit verbundene Führung mit Hilfe der GPS-verbundenen App weiterhin möglich? Leider nein. Sobald der „Sichtkontakt“ zwischen Satellit und Empfangsgerät abreißt, ist eine Verortung des Besuchers nicht mehr möglich.

Um da Abhilfe zu schaffen, wird von zahlreichen Firmen der IT-Branche geforscht, gefördert mit EU-Mitteln. Ziel ist es, die Indoor-Ortung unkompliziert und kostengünstig zu gewährleisten. Zwei Schlagworte, die auch von Museen von großer Bedeutung sind. Doch bis heute sind die Ergebnisse eher wenig vielversprechend: Immer ist der Ausbau einer eigenen Ortungs-Infrastruktur für die Räume notwendig. Gängige Methoden, an denen man heute forscht, sind die Ortungen via WLAN, Infrarot und Bluetooth. Sieht man von den Kosten ab, die für die Installation der nötigen Sende- und Empfangsgeräte in den Räumen entstehen, weisen alle Systeme ein für Ausstellungen erhebliches Problem auf: Die meisten Systeme haben mit Standortabweichungen von einigen Metern zu kämpfen – äußerst unpraktisch, möchte man den Besucher doch mit den zu seinem Standort passenden Informationen versorgen und nicht über die zwei Meter entfernte Vitrine in Kenntnis setzen. Lediglich ein System, dass mit Ultra-Breitbandtechnologie arbeitet, macht eine zentimetergenaue Ortung möglich. Funkwellen mit einem sehr großen Frequenzbereich werden von einem Sendegerät ausgestrahlt und Messen die Wegstrecke zwischen Sender und Besucher. Daraus wird der Standort des Besuchers errechnet – vorausgesetzt es steht weder eine Vitrine noch eine Person zwischen Funkwellensender und zu ortender Person.

Guidyon

Der Dortmunder Ostfriedhof ist der älteste kommunale Friedhof in Dortmund, auf dem noch heute bestattet wird. Zahlreiche berühmte Dortmunder Persönlichkeiten haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden, so z.B. die Familien Hoesch und Fritz Brinkhoff.

Die Geschichtsmanufaktur möchte gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski die historisch und kunsthistorisch bedeutenden Gräber des Friedhofs mit QR-Codes ausstatten. Begonnen wurde das Projekt „Guidyon“ mit einer Stele am Grab der Kochbuchautorin Henriette Davidis. Geplant ist, dass noch 80 weitere Stelen folgen sollen, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Informationen zum Projekt finden Sie unter www.guidyon.de

Presseberichte finden sich u.a. hier:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/qr-codes-infos-zum-toten-aufs-handy-page5-id8135816.html

http://www.pflichtlektuere.com/27/06/2013/qr-codes-leisten-toten-gesellschaft/

Und sonst?

Am 26. Juli startet die Ausstellung CREDO – Die Christianisierung Europas im Mittelalter. In drei Paderborner Museen werden die Anfänge des Christentums und deren Ausbreitung über ganz Europa mit spannenden und seltenen Exponaten für den Besucher erlebbar. Die Geschichtsmanufaktur ist mit im Boot und hat eine Familienführung unter dem Titel „Gemeinsam für ein Halleluja“ sowie ein Ferienprogramm entwickelt, bei dem Kinder zu Museumsführern ausgebildet werden.

Dortmund wird digital erfahrbar. Zumindest an einigen Orten. Das TechnologieZentrum Dortmund stattet drei seiner Gebäude mit QR-Codes aus, die Besucher über die Geschichte des Ortes informieren sollen. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart wird das Dortmunder TechnologieZentrum in der Geschichte verortet. Die Geschichtsmanufaktur nimmt gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski diese Verortung vor.

Mehr Informationen gibt es auf www.vergangenes-verorten.de

Neues aus der Forschung:

Tracking in caves“, ein Projekt der Universität Köln und des Neanderthal Museums, möchte Spuren von Steinzeitmenschen mit Hilfe von San-Jägern aus Namibia (auch „Buschleute“ genannt) entschlüsseln.

Die San-Jäger leben als eine der letzten Völker noch als Sammler und Jäger und sind sehr geübte und kompetente Fährtenleser. Drei Angehörige dieses Stammes werden Höhlen in den Pyrenäen besuchen, in denen Hand- und Fußabdrücke aus der Steinzeit erhalten sind und diese näher untersuchen. Die Forscher erhoffen sich von den geübten Spurenlesern zahlreiche Informationen über die Menschen, die diese Abdrücke hinterließen.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.trackingincaves.com/index.html

“Friedhofskultur” über Guidyon

Friedhoskultur – Die Zeitschrift für das gesamte Friedhofswesen. September 2013

 

Ruhrnachrichten über Guidyon

Am 23.7.2013 berichteten die Ruhrnachrichten und die WAZ über Guidyon und die Stele am Grab von Henriette Davidis.

Hier ist der Artikel. (Quelle RN 23.7.13)

Guidyon – QR-Codes für den Ostfriedhof

Wir möchten gemeinsam mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von zehn23 – studio für gestaltung den Dortmunder Ostfriedhof mit QR-Codes ausstatten. Neben den Gräbern werden Stelen mit QR-Codes eingelassen, die über bestattete Personen und kunsthistorische Grabmale informieren.

Gemeinsam mit der multilateral academy möchten wir auch Jugendliche an diesem Projekt beteiligen.

Mehr Informationen gibt es unter guidyon.de

Wie ein Elefant im…in der Geschichte

Am 8. Mai vor 791 Jahren wurde in Aachen Heinrich mit dem schönen Beinamen “der Klammersiebte”, ein Sohn Kaiser Friedrichs II., vom Kölner Erzbischof Engelbert I. zum König gekrönt. Mit diesen hohen Würdenträgern wies die royale Veranstaltung drei Gäste auf, die im Laufe ihres Lebens mehr als einmal in Fettnäpfchen treten und mit dem Unmut ihrer Mitmenschen und Mitregenten zu kämpfen haben sollten.

Man muss ihnen jedoch zugestehen, dass das im Mittelalter nicht ganz schwierig war. Strenge Protokolle an Bischofs-, Königs- und Kaiserhöfen sowie das heute oft leicht exzentrisch anmutenden Standesbewusstsein des Adels führten immer wieder zu kurios anmutenden Situationen, wenn zwei Herrscher mit mächtigem Selbstbewusstsein aufeinander trafen.

Zwei sehr hohe Herren mit ebenso hohem Selbstdarstellungsdrang trafen z.B. während des II.Kreuzzuges im 12.Jahrhundert aufeinander: der deutsche König Konrad III. und der byzantinische Kaiser Manuel I. Komnenos. In Konstantinopel, dem vereinbarten Treffpunkt und Heimat Manuels, war es nun üblich, vor dem Kaiser auf die Knie zu fallen und ebenjene des Kaisers zu küssen. Konrad wollte nicht – aus verständlichen Gründen, hätte doch diese Geste eindeutig eine Unterwerfung dargestellt. Auch die Alternative, den sitzenden Manuel zu küssen, lehnte Konrad ab. Man fand einen Ausweg: Beide Männer setzte man auf ein Pferd, ließ sie auf einander zu reiten und ermöglichten ihnen so einen Kuss auf Augenhöhe.

Unglücklicher gestaltete der Normannenherrscher Rollo etwa drei Jahrhunderte vorher den Ausdruck hochherrschaftlichen Selbstbewusstseins: Nachdem er König Karl III., dem Einfältigen, die Lehenshuldigung erbracht hatte, verweigerte er dem König den üblichen Fußkuss. Diesen sollte sein Gefolgsmann durchführen. Jener Gefolgsmann jedoch sah keine Veranlassung, sich bis zum Fuße des stehenden Königs zu bücken, er nahm statt dessen das Bein des Königs und riss es stürmisch hinauf zu seinem Munde – nicht ohne den König zu Fall zu bringen und den umstehenden Herrschaften eine lustige Szene zu bieten.

Bei den oben genannten drei Herren Heinrich, Friedrich und Engelbert ging es nicht so lustig, jedoch genauso stürmisch zu: Heinrich hatte nie die Chance, selbstständig als König zu regieren. Bei der Krönung noch minderjährig stand er unter der Obhut der Reichfürsten, die stellvertretend für seinen abwesenden Vater das Reich regierten. Dies hatte der junge Heinrich jedoch irgendwann satt, fand Unterstützung bei den Städten und beim niederen Adel und opponierte offiziel gegen seinen Papa. Es sollte ihn teuer zu stehen bekommen: Friedrich schlug seine Unabhängigkeitsbemühungen nieder und demütigte ihn in aller Öffentlichkeit vor den Hohen des Reiches.  Und es endete noch übler für Heinrich: Friedrich ließ ihn einkerkern – bis zu Heinrichs frühem Tod sieben Jahre später.

Friedrich selbst war jedoch nicht weniger rebellisch – nicht gegenüber seinem Vater, gegenüber dem Papst machte er sich unbeliebt. Die spontane Krönung zum König von Jerusalem, seine Faszination für Wissenschaft und fremde Glaubensrichtungen, hinausgezögerte Kreuzzüge und Gebietsstreitigkeiten führten zu mehrfachten Exkommunikationen des Kaisers. Ja, er wurde gar vom Papst abgesetzt und mit dem Antichristen verglichen. Glück für Friedrich: vor seinem Tod versöhnte er sich mit dem Papst – im Mittelalter immerhin ein guter Startpunkt für den Einzug ins Himmelreich.

Die einzig geistliche Person in unserem Dreigestirn ist der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg. Ein so willenstarker und selbstbewusster Herrscher, dass er es binnen weniger Jahre schaffte, sich mit sämtlichen umliegenden Fürstentümern und deren Herrschern zu überwerfen. Man stritt so unerbittlich um Gebiete, Rechtszuständigkeiten und Vorrangstellungen, dass die Adeligen aus den Gebieten des heutigen Nordrhein-Westfalens und der Niederlande sich zusammenschlossen, um Engelbert zu entführen. Eine politische Entführung, um seinen Willen dem ihren anzupassen. Die Entführung lief vollkommen aus dem Ruder: Engelbert wehrte sich erbittert gegen seine Angreifer und wurde im Eifer des Gefechts mit über 70 Schwerthieben niedergestreckt.

Newsletter 2013-2

Newsletter 2/2013

Apps im Baukastensystem – praktische Lösungen für Museen mit kleinem Geldbeutel

Immer mehr Museen überlegen, ergänzend zum Führungsprogramm eine App entwickeln zu lassen, mit der sich der Besucher ohne Führung, aber dennoch geführt durch die Ausstellung bewegen kann. Viele große Museen haben eine solche App bereits. Kleinere, vor allem kommunale Museen scheuen diese Investition jedoch oft: Der Entwicklungsaufwand ist nicht zu unterschätzen, das Einpflegen der Inhalte nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch und etwaige Änderungen zu späteren Zeitpunkten können sich als kostenintensiv erweisen.

Unser Partner, eine Dortmunder Softwarefirma, hat jetzt jedoch ein System entwickelt, das Abhilfe schaffen kann: Aus verschiedenen vorprogrammierten Bausteinen kann sich das Museum die Bestandteile der App selbst auswählen, das Design wird an das jeweilige Haus angepasst und das Einpflegen der Texte und Bilder ist mit einem Klick möglich. Durch die vorprogrammierten Elemente erübrigt sich die ständige Neuentwicklung für jedes Museum, was der App einen großen Kostenvorteil verschafft. Sollen auch Außenbereiche eingebunden werden – z.B. Archäologische Parks und Lehrpfade, Kunstpfade etc – ist die Ortung und Leitung der Besucher per GPS ein bereits in der App integrierter Bestandteil. Darüber hinaus kann jedes Museum selbstständig Änderungen an den Inhalten vornehmen, wodurch die Folgekosten erheblich reduziert werden. Damit ebnet sich der Weg zu einer App auch für Museen, die nur ein kleines Budget aufbringen können.

Projekte

Das Deutsche Klingenmuseum in Solingen eröffnet am 1.6.2013 seine Ausstellung “Klein… Kinder-, Spielzeug- und Miniaturbestecke”, die sich mit der vielfältigen und bunten Welt der Bestecke befasst, die eben ein bisschen kleiner sind als die alltäglichen Löffel, Messer und Gabeln. Die Geschichtsmanufaktur hat dazu zahlreiche Mitmachstationen und ein ausstellungsbegleitendes Heft entwickelt, die junge und ältere Besucher auf Entdeckungsreise durch die Besteckwelt schicken. http://www.klingenmuseum.de/_deutsch/dkm/ausstellungen/ausstellungsvorschau.html

Und sonst?

Wir planen, Burgen, Schlösser und andere historische Gebäude mit QR-Codes auszurüsten. Man kennt es ja von sich selbst: Man kommt bei einem Spaziergang ganz zufällig an einem interessanten Gebäude vorbei, sei es nun eine Burgruine, ein noch bewohntes Schloss oder ein spannendes Bauwerk in einer Stadt – unwillkürlich fragt man sich, welche Geschichte hinter diesem Bau steckt. Hier möchte die Geschichtsmanufaktur Antworten bieten. Mit Hilfe kleiner QR-Codes, aufgebracht auf Metall- oder Plexiglasplatten, kann sich der interessierte Spaziergänger über die Geschichte des Ortes informieren. Einfach abgescannt mit dem Smartphone kommt die Information direkt aufs Handy. Gerade für die vielen bewohnten Schlösser und Herrenhäuser eine praktische Lösung.

Neues aus der Forschung:

Seltsame Dinge entdecken Archäologen immer wieder in allen Teilen der Erde, die den Forschern Rätsel aufgeben. Das gilt auch für einen großen Steinkegel von 10m Höhe und 70m Durchmesser, den Forscher bereits 2003 per Echolot im See Genezareth entdeckten. Erst in diesem Frühjahr wurde die seltsame Formation allerdings vermessen. Es scheint, als sei der Kegel vor etwa 4000 Jahren von Menschenhand errichtet worden. Weshalb und zu welchem Zweck kann zum jetzigen Zeitpunkt nur vermutet werden. Vielleicht handelt es sich um einen Grabhügel, der erst in späteren Jahrhunderten von den Fluten des Sees bedeckt wurde.