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Ruhrnachrichten berichten über vergangenes verorten und den neuen QR-Code in Dortmund-Körne

Wir freuen uns über einen neuen Bericht in den Ruhrnachrichten. Kurz nach der Montage des QR-Code an der Stele zum 1000jährigen Bestehen des Stadtteils Körne ist er erschienen. Der Code informiert über den mittelalterlichen Haupthof des Reichshofs Körne.

QR-Code an Stele Ein kleines Quadrat zu Körnes Geschichte – Ruhr Nachrichten

Auch die Seite der Stadt Dortmund erwähnt unseren Code! Geschichte Innenstadt-Ost verortet Vergangenes – Nachrichtenportal – Leben in Dortmund – Stadtportal dortmund.de

Newsletter 2014-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2014

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2014!

Crowdfunding – eine Alternative für die Kultur?

In anderen Ländern schon weit verbreitet, ist das Crowdfunding in Deutschland noch für viele unbekanntes Terrain. Dabei bietet die “Finanzierung durch den Schwarm” neue und vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten in zahlreichen Gebieten. Vor allem die mit immer weniger Geldmitteln ausgestattetet Kulturbranche könnte profitieren. Aber was ist Crowdfunding überhaupt?

Wie die direkte Übersetzung aus dem Englischen (Schwarmfinanzierung) schon vermuten lässt, werden für Projekte Gelder von einer Menschenmenge zur Verfügung gestellt. Das funktioniert vor allem über das Internet:
Auf einer Crowdfunding-Plattform (startnext.de oder kickstarter.de sind die Bekanntesten in Deutschland) wird ein Projekt mit seinen Initiatoren ausführlich vorgestellt. Jedes Projekt beginnt mit der sogenannten “Startphase”: Es werden zunächst Befürworter des Projekts gesammelt, die nichts weiter tun müssen, als durch einen einfachen “Klick” zu bekunden, dass sie diese eine Idee für unterstützenswert halten. Diese Startphase dauert vier Wochen, die Anzahl der mindestens zu erreichenden Fans richtet sich nach der Höhe der Geldsumme, die man über das Crowdfunding einnehmen möchte. Wird die geforderte Fananzahl nicht erreicht, endet das Crowdfunding.
Ist der Monat jedoch um und es sind genügend Fans vorhanden, kommt man in die sogenannte Finanzierungsphase: Nun geht es darum, sein Projekt publik zu machen, und in einem Zeitraum von ein bis maximal drei Monaten die vorher festgelegte Summe zu akquirieren. Die Spender, die ein Projekt unterstützen, wählen selbst die Höhe ihres Beitrags. Sie gehen dabei kein Risiko ein: Kommt die angestrebte Summe nicht zusammen, erhält jeder Spender sein Geld zurück.
Ist nach spätestens drei Monaten das Fundingziel erreicht, erhält jeder Unterstützer eine kleine Gegenleistung. Diese Gegenleistungen sind meist kleine Geschenke symbolischer Natur, die in engem Zusammenhang mit dem finanzierten Projekt stehen. Bei sehr großen Projekten, die große Geldsummen akquirieren, kann dieses Geschenk auch als finanzielle Gewinnausschüttung nach erfolgreichem Projektabschluss ausfallen.
Ein bekanntes Projekt, dass über Crowdfunding finanziert wurde, ist die Website “stoersender.tv”, unterstützt vom kürzlich verstorbenen Dieter Hildebrand. Dank der prominenten Unterstützung konnten innerhalb eines kurzen Zeitraums über 125.000€ gesammelt werden.
Gerade für die notorisch unterfinanzierte Kultur kann Crowdfunding eine Möglichkeit der Co-Finanzierung darstellen. Dort, wo aus Mangel an Geldmitteln viele Projekte von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheinen, kann Crowdfunding eine Anstoß- oder Teilfinanzierung bieten. Ein Freibrief, die Gelder für kulturelle Vorhaben noch weiter zu kürzen, darf Crowdfunding jedoch nicht werden.
Auch wir haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.
Für unser Gemeinschaftsprojekt “vergangenes verorten – QR-Codes für die Stadtgeschichte” mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von “zehn23 – studio für gestaltung” suchen wir momentan eine Crowd, die sich an der Finanzierung von mindestens zwei QR-Codes an historisch-interessanten Gräbern auf dem Dortmunder Ostfriedhof beteiligt.
Informieren Sie sich unter www.startnext.de/vergangenes-verorten

Und sonst?
Am 28. Januar 814 starb Kaiser Karl der Große in Aachen. Sein Todestag jährt sich in diesem Monat zum 1200. Mal.
Die Stadt Aachen nimmt dieses Datum zum Anlass, eine große Ausstellung über das Leben und Wirken Karls des Großen zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 20.6. bis zum 21.9.2014 an drei Orten in Aachen: Im Krönungssaal des Rathauses, im Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer.
Und noch ein besonderes Ereigniss findet dieses Jahr in Aachen statt: vom 20.6.-29.6. werden vier Stoffreliquien dem Marienschrein entnommen, die sogenannte “Heiligtumsfahrt” findet statt.  Seit dem Jahr 1349 findet dieses Ereigniss alle sieben Jahre statt und zieht zahlreiche Besucher in die Stadt.

2014 ist jedoch nicht nur ein bedeutendes Jahr für Aachen, sondern für ganz Europa: Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Der LWL hat aus diesem Jahr gemeinsam mit zahlreichen Museen aus der Region Westfalen-Lippe eine Wanderausstellung zum Thema “Heimatfront” ins Leben gerufen. Sie beginnt im Februar im Mindener Museum.
Die Geschichtsmanufaktur entwickelt für diese Ausstellung ein Museumspädagogisches Programm für die Sekundarstufe I.

Für die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund habt die Geschichtsmanufaktur gemeinsam mit Geomobile eine App entwickelt, die sowohl als Informationstool für die Steinwache, als auch als Reiseführer durch Dortmund dient: Via GPS wird der Nutzer an 15 Orte in Dortmund geleitet, die für die Geschichte des Nationalsozialismus von Bedeutung sind.

(Autor:Katharina Hülscher)

Crowdfunding-Kampagne gestartet!

Unsere Crowdfunding-Kampagne für das Projekt “vergangenes verorten” ist gestartet. Momentan sammeln wir Fans, um danach in die Finanzierungsphase starten zu können.

Wenn Ihnen unsere Idee, historische Orte Dortmunds mit QR-Codes auszustatten, unterstützen Sie uns.

Hier geht es zu unserer Kampagne:

Guidyon nimmt am Leo Baeck Programm teil

Wir freuen uns, mit unserem Projekt Guidyon am Leo Baeck Programm der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung, Zukunft” teilzunehmen und gemeinsam mit Dortmunder Schülern einige jüdische Gräber auf dem Dortmunder Ostfriedhof zu erforschen und mit QR-Codes auszustatten.
Die Informationen zum Stand der Dinge gibts auf www.guidyon.de

Kleines Hirn und große Zähne

Humanevolution ist ein beliebtes Thema des Zentralabiturs. So beugen sich zahlreiche Schüler über Abbildungen von Schädeln und versuchen, die Unterschiede zu erkennen: Ausprägung der Überaugenwülste, Hirnvolumen, Schädelform…
Und manch ein Abiturient fragt sich, wer diese Merkmale festlegt und wie groß die Unterschiede zwischen den Arten sein müssen.

Mit den Funden aus Dmanisi in Georgien könnte die Vorbereitung auf das Abitur wesentlich einfacher werden.

M. Ponce de León and Ch. Zollikofer / UC of Zurich

Wieder einmal sorgt der Fundort nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis für eine Sensation: hier wurden bereits die mit 1,8 Millionen Jahren ältesten Überreste der Gattung Homo außerhalb Arikas entdeckt.
Und nun stellten Paläoanthropologen die Überreste von 5 menschlichen Individuen vor, die ebenfalls in Dmanisi gefunden wurden.
Das Besondere an diesen Knochen: Sie werden dem gleichen Ort und der gleichen Zeit zugeordnet, zählen also zu einer Population. Damit ist es erstmals möglich, die Variabilität innerhalb einer Art genauer einzuschätzen.
Und schon steht die Welt der Paläoanthropologie Kopf. Besonders Schädel 5 fällt aus dem Rahmen: Ein kleines Hirnvolumen, aber zugleich ein langgezogenes Gesicht und große Zähne.
Hätte man die Fragmente an unterschiedlichen Orten gefunden, wären sie verschiednen Arten zugeschrieben worden, so der Schweizer Antrhopologe Christoph Zollikofer.

Denn die Paläoanthropologie hat ein großes Problem: Die fossilen Arten werden anhand morphologischer Merkmale unterschieden. Ungeklärt ist jedoch die Frage, wie groß die Variabilität innerhalb einer Art sein darf. Man muss sich nur einmal in seiner Stadt umschauen, um die enorme Vielfalt des Homo sapiens sapiens zu sehen.

Die 5 Hominiden aus Dmanisi ermöglichen erstmals Einblicke in die Variabilität fossiler Menschenarten. Und sie zeigen: Die Unterschiede sind sehr viel größer als gedacht – aber sie sind nicht größer als unter den Vertretern des Homo sapiens heute.
Damit steht eine ganz neue Theorie über die Anfänge des Menschen im Raum: Gab es vor 2 Millionen Jahren wirklich viele unterschiedliche Arten, oder muss man Homo habilis, Homo rudolfensis und die anderen nicht viel mehr als eine Art definieren?

Noch schwitzen Abiturienten über der Differenzierung der Arten. Erschwert wird ihnen das Lernen durch die Tatsache, dass – je nach wissenschaftlicher Auffassung – einzelne Funde unterschiedlich eingeordnet werden.
Wer weiß, vielleicht wird es ab der nächsten Schulbuchgeneration sehr viel einfacher…

Newsletter 2013-4

Geschichtsmanufaktur Newsletter 4/2013

Volles Haus! – Plädoyer für eine Reglementierung der Besucherzahlen bei Ausstellungen

Gut besuchte Ausstellungen sind immer ein Grund zur Freude. So sollte man zumindest meinen. Für Ausstellungskuratoren sind sie es sicherlich meistens, doch nicht ganz so rosig gestalten sich sie Situation für diejenigen, die tagtäglich in der Ausstellung arbeiten bzw. für die Besucher selbst. Je nach Räumlichkeiten eines Hauses kann der Aufenthalt in der Ausstellung, ob für Museumspädagogen, Aufsichtspersonal oder Besucher, schnell zu Anstrengung und Stress werden:

Einzelbesucher werden von geführten Gruppen immer wieder von den Vitrinen vertrieben, die Gruppen wiederum bekommen nur sehr wenige Exponate genau zu Gesicht, werden oft hektisch an den Vitrinen vorbei geschleust. Gruppen, Einzelbesucher und Museumspädagogen kommen den ausgestellten Objekten zu nahe, was dem Sicherheitspersonal die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Kommen nun noch geführte Schulklassen hinzu, wird die Situation ganz vertrackt. Oft genug werden Schüler von Erwachsenen nicht als gleichwertige Museumsbesucher akzeptiert und von den Vitrinen verdrängt. Schnell kommt man so in eine Situation der allgemeinen Unzufriedenheit: Die Eintritt zahlenden Besucher möchten zu Recht einige Minuten vor den Objekten verweilen können, ohne von einer geführten Gruppe eingekesselt und systematisch verdrängt zu werden. Geführte Gruppen wiederum möchten die Exponate, über die berichtet wird, auch zu Gesicht bekommen und nicht aus mehreren Metern Entfernung darüber unterrichtet werden, dass dort hinten theoretisch etwas Spannendes zu sehen sei – gleiches wünschen sich auch die Museumspädagogen. Und auch Schüler möchten die Möglichkeit zur ruhigen und ungestörten Objektbetrachtung bekommen.

Dabei könnte man die Situation mit einfachen Mitteln entschärfen: Zeitkarten reglementieren die Anzahl der Besucher in den Ausstellungsräumen. Wie in einigen Museen heute bereits üblich kann der Besucher bei der Buchung des Tickets ein Zeitfenster angeben, in dem er die Ausstellung betreten möchte. Die Dauer des Aufenthalts in der Ausstellung ist dann unbegrenzt. So hat das Museum die Möglichkeit zu kontrollieren, wann wie viele Personen die Ausstellung betreten und kann die Besucheranzahl von vorn herein auf ein angemessenes und somit auch angenehmes Maß reglementieren. So hat man vielleicht etwas weniger Besucher, diese sind jedoch zufrieden und kommen bestimmt gern ein zweites oder drittes Mal vorbei.

vergangenes verorten

Die Geschichte der Stadt Dortmund reicht weit in die Vergangenheit zurück. Weiter jedenfalls als die häufig propagierte Vergangenheit aus Kohle und Stahl vermuten lässt. Den meisten Besuchern der Stadt ist das gar nicht bewusst, den meisten Dortmundern selbst auch nicht. Da möchte die Geschichtsmanufaktur Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski haben wir das Projekt „vergangenes verorten“ ins Leben gerufen. Wir möchten historisch interessante Gebäude und Plätze mit QR-Codes ausstatten und via Smartphone über die Vergangenheit des Ortes berichten – sei sie nun noch sichtbar oder in der Vergangenheit verschwunden. Dazu haben wir jetzt das Dortmunder TechnologieZentrum mit QR-Codes ausgestattet. Drei Codes berichten über die Vergangenheit des Standortes an der Universität Dortmund, von der Bronzezeit über das Mittelalter bis heute. Einsehbar ist die Geschichte auch via Computer: http://vergangenes-verorten.de/dortmund

Wir möchten allerdings nicht allein Dortmund in der Geschichte verorten. Auch andere Städte sind uns herzlich willkommen. Ziel ist es, umfassende Datenbanken für die Geschichte(n) verschiedener Orte anzulegen.

Und sonst?

Vom 3.11.2013 bis zum 21.4.2014 zeigt das LWL-Museum für Archäologie in Herne eine Sonderausstellung mit dem Titel „Uruk – 5000 Jahre Megacity“. Die Ausstellung wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der deutschen Ausgrabungen in Uruk (heute Irak) von verschiedenen renommierten Museen und Instituten konzipiert. Im Berliner Pergamonmuseum konnte sie über 400.000 Besucher in fünf Monaten verzeichnen.

Ab Januar 2014 hat die Steinwache in Dortmund eine eigene App. Mit Hilfe dieser informiert das Haus über seine Geschichte, Veranstaltungen und Öffnungszeiten. Daran angeschlossen ist ein GPS-basierter Stadtführer, der Interessierte zur 15 Orten auf Dortmunder Stadtgebiet lotst, die während der NS-Zeit eine bedeutende Rolle spielten. Konzipiert und entwickelt wird die App von der Geschichtsmanufaktur und Geomobile.

Neues aus der Forschung:

Spannende und bahnbrechende Entdeckungen gab es in der Hagener Blätterhöhle. Seit im Jahr 2004 dort Skelettreste mehrere Individuen entdeckt wurden, wird die Höhle in zahlreichen Grabungskampagnen erschlossen. Die neuesten Entdeckungen gleichen einer Sensation: Nahm man bis lang an, dass die hier lebenden Jäger und Sammler von einwandernden Ackerbauern verdrängt worden seien, zeigten Funde aus der Blätterhöhle, dass beide Subsistenzweisen über 2000 Jahre lang gemeinsam existiert haben müssen. Gruppen von Ackerbauern und Jägern und Sammlern nutzen gemeinsam die Blätterhöhle als Begräbnisplatz, vermutlich vermischten sie sich sogar miteinander.

“Friedhofskultur” über Guidyon

Friedhoskultur – Die Zeitschrift für das gesamte Friedhofswesen. September 2013

 

Guidyon – QR-Codes für den Ostfriedhof

Wir möchten gemeinsam mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von zehn23 – studio für gestaltung den Dortmunder Ostfriedhof mit QR-Codes ausstatten. Neben den Gräbern werden Stelen mit QR-Codes eingelassen, die über bestattete Personen und kunsthistorische Grabmale informieren.

Gemeinsam mit der multilateral academy möchten wir auch Jugendliche an diesem Projekt beteiligen.

Mehr Informationen gibt es unter guidyon.de

klein… Kinder-, Spielzeug- und Miniaturbesteck

Am 31.05.2013 wurde im Deutschen Klingenmuseum in Solingen die neue Sonderausstellung eröffnet.

Gezeigt werden die neu erworbene Sammlung historischer Kinderbestecke von William H. Brown sowie Stücke der Bestandssammlung.

 

 

Wie isst man mit diesen Löffeln?

Aber kleines Besteck muss nicht automatisch Kinderbesteck sein: Oft sind es auch Sammlerstücke, die von großer Kunstfertigkeit zeuge. Dazu zählen auch die winzigen Klappmesser, die in eine Haselnuss-Schale passen.
Die Geschichtsmanufaktur hat die Ausstellung um ein Entdeckerbuch samt Stationen ergänzt, an denen kleine – und auch große – Menschen mit diversen Bestecken experimentieren können: Spaghetti nur mit der Gabel essen, Besteck zweckentfremden, verschiedenen Materialien erkunden und den besten Löffel für’s Eierlaufen finden.

 

 

Hier fühlen sich große Menschen wieder ganz klein

Bei der Ausstellungseröffnung zeigte sich schon, welche Station die Beliebteste wird: Tisch, Stuhl und Besteck im Größenverhältnis 2:1. Hier können sich Erwachsene zurückversetzen in die Welt der Kleinen – und die Kleinen fühlen sich ganz groß.

Noch bis zum 22. September kann der riesige Stuhl erklommen und das kleinste Besteck der Welt bestaunt werden.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

 

Mai-Tagung 23./24.Mai 2013

Die Mai-Tagung 23./24.Mai 2013

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn: 2 Tage rund um das Thema „Museum and the Internet“, organisiert vom LVR, Fachbereich Kultur.

Besonders gespannt war ich auf den Länderschwerpunkt. Aus den Niederlanden wurden mehrere Projekte vorgestellt, die in Deutschland so wohl kaum realisierbar wären. Spannend vor allem die Frage: Was tun, wenn ein Museum für mehrere Jahre schließen muss? Die Antworten waren vielfältig – auch wenn nicht jede Idee den Praxistest bestanden hat.
Noch spannender die Frage nach „open data“: Welche Inhalte sollen ins Netz – nur zum Anschauen oder auch zur freien Nutzung? Das Rijksmuseum hat mit der Bereitstellung von Bildern zur freien Nutzung positive Erfahrungen gemacht und profitiert u.a. von einem stärker frequentierten Bilderservice sowie mehreren Apps, die sich auf seine Exponate beziehen. Hier die Apps über das Rijksmuseum.
Ob jedoch in absehbarer Zeit auch deutsche Museen sich zu Open Source-Projekten samt Hackathon  hinreissen lassen, wage ich zu bezweifeln.

Auch wenn die meisten vorgestellten Projekte in Kunstmuseen angesiedelt waren (die Archäologie kam gar nicht vor, historische Themen waren zwei Mal vertreten: Jüdisches Leben in Berlin und mehrere Projekte zum Ersten Weltkrieg), es gab jede Menge Anregungen: Warum nicht das Format des Bildpaten, wie es das Museum Kunstpalast erstmals zur Ausstellung „El Greco und die Moderne“ ausprobiert hat, auf eine kulturgeschichtliche Ausstellung übertragen: Paten wählen sich ein Exponat aus, über das sie berichten und das sie promoten – ausgestattet mit jeder Menge Hintergrundinfos und dem Recht, auch hinter die Kulissen zu schauen.

Neben dem Länderschwerpunkt feierte auch die Twitterwall ihre Premiere auf der Mai-Tagung – für Externe eine super Möglichkeit, dabei zu sein. Mich persönlich lenkte sie auch mal zu sehr ab von einem Vortrag, auch kamen kaum Impulse aus dem Tweetup für die laufende Diskussion.
Für die „Nachlese“ habe ich die tweets jedenfalls gerne genutzt – schließlich ergänzten sie die Vorträge mit Links und Literaturtipps.

Einige Fragen bleiben offen: Wollen Besucher lieber ihre eigenen Smartphones nutzen oder erwarten Sie Leih-Geräte? Lieber QR-Codes, Web-App oder native App? Wie kann man den Nutzen von tweetups evaluieren? Wie entwickeln sich die vorgestellten Projekte weiter?

Aber dafür gibt es ja die nächste Mai-Tagung…

 

Wer der Tagung noch einmal folgen möchte, hier sind die Tweets:
http://storify.com/TanjaNeumann/mai-tagung-2013
http://storify.com/TanjaNeumann/mai-tagung-2013-tag-2