Archive for the ‘ Newsletter ’ Category

Newsletter 2014-2

Newsletter 2-2014

Das Ehrenamt in der Kultur – eine Beleuchtung von mehr als einer Seite
Momentan tourt die Wanderausstellung “Unser Denkmal. Wir machen mit” zum Thema ehrenamtliches Engagement in der Denkmalpflege durch Nordrhein-Westfalen. Organisiert wurde die Ausstellung von vielen unterschiedlichen Partnern wie dem LVR und dem LWL, um nur zwei zu nennen.
Die Ausstellung spricht ein Thema an, das immer wichtiger für den Kultursektor wird. Ohne das Engagement von zahlreichen Freiwilligen könnten viele kultureller Projekte nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland nicht realisiert werden.
Meistens bringen die ehrenamtlichen Helfer hohen Sachverstand ein und sie liefern Ergebnisse von erstaunlicher Qualität. Mit geübtem Blick entdeckte schon so manch ein Freiwilliger beim Gang über ein Feld archäologische Funde oder entzifferte alte Schriften. Und ohne die vielen jungen Leute im Bundesfreiwilligendienst würde so manches Museum in die Knie gehen. Sie alle haben sich ein Wissen angeeignet, das dem der wissenschaftlich ausgebildeten Archäologen, Historiker, Kunsthistoriker und Geologen häufig in nichts nachsteht.
Doch trotz allem lohnt ein kritischer Blick auf das Ehrenamt. Beispielsweise verzichten vielen Museen auf geschultes Personal und lassen Führungen von Freiwilligen, meist von mit didaktischem Wissen unbelasteten Rentnern durchführen. Fachlich sicher oft hervorragend, kann es so jedoch dazu kommen, dass etwa eine Schülergruppen unfreiwillig als Publikum für einen ausufernden Vortrag über das Lieblingsobjekt eines älteren Herren eingespannt wird. An solch einem Punkt stellt sich dann die Frage, ob man einen Ehrenamtler in seinem Tun auch lenken kann – immerhin stellt er sein Wissen ja kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung. Ist er dann trotzdem Weisungsgebunden?
Und besteht nicht auch die Gefahr, dass in ihrer Freizeit arbeitende Ehrenamtler, die auf eine Bezahlung nicht angewiesen sind, Stellen blockieren, die andere nach einer langwierigen und teuren Ausbildung zum Broterwerb benötigen?
Gerade dort, wo junge, engagierte Menschen oft nur schwer eine Beschäftigung finden, lohnt auch ein kritischer Blick auf das Ehrenamt – ohne das Können, Wissen und Engagement zu schmälern, das Freiwillige der Wissenschaft und Gesellschaft zur Verfügung stellen.

Und sonst?
Die Geschichtsmanufaktur hat in den letzten Monaten gemeinsam mit zehn23 – studio für gestaltung ein vom LeoBaeckProgramm der Stiftung “Erinnerung.Verantwortung.Zukunft” finanziertes Projekt initiiert, bei dem Schüler der Ricarda-Huch-Realschule in Dortmund die Biographien einiger jüdischer Dortmunder erforschten, die heute auf dem Dortmunder Ostfriedhof bestattet sind. An ihren Gräbern werden im Mai QR-Codes angebracht, durch die die Besucher vor Ort die Ergebnisse des Schülerprojektes abrufen können.
Die Schülerarbeiten sind aber auch vom PC abrufbar unter www.guidyon.de

Neues aus der Forschung
Worüber lachten die alten Ägypter? Dieser Frage ist der Ägyptologe Prof. Dr. Ludwig Morenz in seiner Studie „Kleine Archäologie des ägyptischen Humors. Ein kulturgeschichtlicher Testschnitt“ nachgegangen. Dazu untersuchte er Inschriften und Bilder auf Reliefs, Papyri oder Tonscherben – und stellte dabei fest: Humor hatte im Ägypten der Pharaonen genauso seinen Platz wie noch heute bei uns.
In den Witze, die man sich im Schatten der Pyramiden erzählte, verdrehte man gerne die bekannte Realität und übersteigerte das, was man als normal wahrnahm. So finden sich etwa Tierhieroglyphen, in denen ein Nilpferd in einem Baum sitzend Feigen sammelt, während ein Spatz mühselig eine Leiter besteigt. Man machte sich aber auch ironisch über seine Mitmenschen lustig, wenn man etwa bei gewissen Berufsgruppen übertrieben die schlechten Eigenschaften herausstellte, um den eigenen Berufsstand in den allerhöchsten Tönen zu loben. Auch ihre Feinde verspotten die Ägypter gerne, eine Tonscherbe zeigt etwa einen Nubier, der vor einer Katze und einer Maus kniet und um Gnade fleht.
Überliefert ist zumeist nur der Humor der Oberschicht. Das liegt einfach daran, dass die einfachen Menschen nicht schreiben konnten und so kaum die Möglichkeit fanden, eigene Witze oder komische Szenen festzuhalten. Humor hatte dabei den gleichen Zweck wie noch heute, er schuf Gruppenzugehörigkeit und hielt die Gesellschaft zusammen. Das sich die kleinen Leute über „die da oben“ lustig machten, darf daher angenommen werden. Und manche der alten Witze wirken auch heute noch spontan. So zeigt ein Relief in einem Grab in Saqqara einen an eine Tür gelehnten Wächter – schlafend.
(Quelle: http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/060-2014 und http://www.wdr2.de/kultur/aegyptenhumor100.html )

(Autor:Katharina Hülscher)

Newsletter 2014-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2014

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2014!

Crowdfunding – eine Alternative für die Kultur?

In anderen Ländern schon weit verbreitet, ist das Crowdfunding in Deutschland noch für viele unbekanntes Terrain. Dabei bietet die “Finanzierung durch den Schwarm” neue und vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten in zahlreichen Gebieten. Vor allem die mit immer weniger Geldmitteln ausgestattetet Kulturbranche könnte profitieren. Aber was ist Crowdfunding überhaupt?

Wie die direkte Übersetzung aus dem Englischen (Schwarmfinanzierung) schon vermuten lässt, werden für Projekte Gelder von einer Menschenmenge zur Verfügung gestellt. Das funktioniert vor allem über das Internet:
Auf einer Crowdfunding-Plattform (startnext.de oder kickstarter.de sind die Bekanntesten in Deutschland) wird ein Projekt mit seinen Initiatoren ausführlich vorgestellt. Jedes Projekt beginnt mit der sogenannten “Startphase”: Es werden zunächst Befürworter des Projekts gesammelt, die nichts weiter tun müssen, als durch einen einfachen “Klick” zu bekunden, dass sie diese eine Idee für unterstützenswert halten. Diese Startphase dauert vier Wochen, die Anzahl der mindestens zu erreichenden Fans richtet sich nach der Höhe der Geldsumme, die man über das Crowdfunding einnehmen möchte. Wird die geforderte Fananzahl nicht erreicht, endet das Crowdfunding.
Ist der Monat jedoch um und es sind genügend Fans vorhanden, kommt man in die sogenannte Finanzierungsphase: Nun geht es darum, sein Projekt publik zu machen, und in einem Zeitraum von ein bis maximal drei Monaten die vorher festgelegte Summe zu akquirieren. Die Spender, die ein Projekt unterstützen, wählen selbst die Höhe ihres Beitrags. Sie gehen dabei kein Risiko ein: Kommt die angestrebte Summe nicht zusammen, erhält jeder Spender sein Geld zurück.
Ist nach spätestens drei Monaten das Fundingziel erreicht, erhält jeder Unterstützer eine kleine Gegenleistung. Diese Gegenleistungen sind meist kleine Geschenke symbolischer Natur, die in engem Zusammenhang mit dem finanzierten Projekt stehen. Bei sehr großen Projekten, die große Geldsummen akquirieren, kann dieses Geschenk auch als finanzielle Gewinnausschüttung nach erfolgreichem Projektabschluss ausfallen.
Ein bekanntes Projekt, dass über Crowdfunding finanziert wurde, ist die Website “stoersender.tv”, unterstützt vom kürzlich verstorbenen Dieter Hildebrand. Dank der prominenten Unterstützung konnten innerhalb eines kurzen Zeitraums über 125.000€ gesammelt werden.
Gerade für die notorisch unterfinanzierte Kultur kann Crowdfunding eine Möglichkeit der Co-Finanzierung darstellen. Dort, wo aus Mangel an Geldmitteln viele Projekte von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheinen, kann Crowdfunding eine Anstoß- oder Teilfinanzierung bieten. Ein Freibrief, die Gelder für kulturelle Vorhaben noch weiter zu kürzen, darf Crowdfunding jedoch nicht werden.
Auch wir haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.
Für unser Gemeinschaftsprojekt “vergangenes verorten – QR-Codes für die Stadtgeschichte” mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von “zehn23 – studio für gestaltung” suchen wir momentan eine Crowd, die sich an der Finanzierung von mindestens zwei QR-Codes an historisch-interessanten Gräbern auf dem Dortmunder Ostfriedhof beteiligt.
Informieren Sie sich unter www.startnext.de/vergangenes-verorten

Und sonst?
Am 28. Januar 814 starb Kaiser Karl der Große in Aachen. Sein Todestag jährt sich in diesem Monat zum 1200. Mal.
Die Stadt Aachen nimmt dieses Datum zum Anlass, eine große Ausstellung über das Leben und Wirken Karls des Großen zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 20.6. bis zum 21.9.2014 an drei Orten in Aachen: Im Krönungssaal des Rathauses, im Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer.
Und noch ein besonderes Ereigniss findet dieses Jahr in Aachen statt: vom 20.6.-29.6. werden vier Stoffreliquien dem Marienschrein entnommen, die sogenannte “Heiligtumsfahrt” findet statt.  Seit dem Jahr 1349 findet dieses Ereigniss alle sieben Jahre statt und zieht zahlreiche Besucher in die Stadt.

2014 ist jedoch nicht nur ein bedeutendes Jahr für Aachen, sondern für ganz Europa: Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Der LWL hat aus diesem Jahr gemeinsam mit zahlreichen Museen aus der Region Westfalen-Lippe eine Wanderausstellung zum Thema “Heimatfront” ins Leben gerufen. Sie beginnt im Februar im Mindener Museum.
Die Geschichtsmanufaktur entwickelt für diese Ausstellung ein Museumspädagogisches Programm für die Sekundarstufe I.

Für die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund habt die Geschichtsmanufaktur gemeinsam mit Geomobile eine App entwickelt, die sowohl als Informationstool für die Steinwache, als auch als Reiseführer durch Dortmund dient: Via GPS wird der Nutzer an 15 Orte in Dortmund geleitet, die für die Geschichte des Nationalsozialismus von Bedeutung sind.

(Autor:Katharina Hülscher)

Newsletter 2013-4

Geschichtsmanufaktur Newsletter 4/2013

Volles Haus! – Plädoyer für eine Reglementierung der Besucherzahlen bei Ausstellungen

Gut besuchte Ausstellungen sind immer ein Grund zur Freude. So sollte man zumindest meinen. Für Ausstellungskuratoren sind sie es sicherlich meistens, doch nicht ganz so rosig gestalten sich sie Situation für diejenigen, die tagtäglich in der Ausstellung arbeiten bzw. für die Besucher selbst. Je nach Räumlichkeiten eines Hauses kann der Aufenthalt in der Ausstellung, ob für Museumspädagogen, Aufsichtspersonal oder Besucher, schnell zu Anstrengung und Stress werden:

Einzelbesucher werden von geführten Gruppen immer wieder von den Vitrinen vertrieben, die Gruppen wiederum bekommen nur sehr wenige Exponate genau zu Gesicht, werden oft hektisch an den Vitrinen vorbei geschleust. Gruppen, Einzelbesucher und Museumspädagogen kommen den ausgestellten Objekten zu nahe, was dem Sicherheitspersonal die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Kommen nun noch geführte Schulklassen hinzu, wird die Situation ganz vertrackt. Oft genug werden Schüler von Erwachsenen nicht als gleichwertige Museumsbesucher akzeptiert und von den Vitrinen verdrängt. Schnell kommt man so in eine Situation der allgemeinen Unzufriedenheit: Die Eintritt zahlenden Besucher möchten zu Recht einige Minuten vor den Objekten verweilen können, ohne von einer geführten Gruppe eingekesselt und systematisch verdrängt zu werden. Geführte Gruppen wiederum möchten die Exponate, über die berichtet wird, auch zu Gesicht bekommen und nicht aus mehreren Metern Entfernung darüber unterrichtet werden, dass dort hinten theoretisch etwas Spannendes zu sehen sei – gleiches wünschen sich auch die Museumspädagogen. Und auch Schüler möchten die Möglichkeit zur ruhigen und ungestörten Objektbetrachtung bekommen.

Dabei könnte man die Situation mit einfachen Mitteln entschärfen: Zeitkarten reglementieren die Anzahl der Besucher in den Ausstellungsräumen. Wie in einigen Museen heute bereits üblich kann der Besucher bei der Buchung des Tickets ein Zeitfenster angeben, in dem er die Ausstellung betreten möchte. Die Dauer des Aufenthalts in der Ausstellung ist dann unbegrenzt. So hat das Museum die Möglichkeit zu kontrollieren, wann wie viele Personen die Ausstellung betreten und kann die Besucheranzahl von vorn herein auf ein angemessenes und somit auch angenehmes Maß reglementieren. So hat man vielleicht etwas weniger Besucher, diese sind jedoch zufrieden und kommen bestimmt gern ein zweites oder drittes Mal vorbei.

vergangenes verorten

Die Geschichte der Stadt Dortmund reicht weit in die Vergangenheit zurück. Weiter jedenfalls als die häufig propagierte Vergangenheit aus Kohle und Stahl vermuten lässt. Den meisten Besuchern der Stadt ist das gar nicht bewusst, den meisten Dortmundern selbst auch nicht. Da möchte die Geschichtsmanufaktur Abhilfe schaffen. Gemeinsam mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski haben wir das Projekt „vergangenes verorten“ ins Leben gerufen. Wir möchten historisch interessante Gebäude und Plätze mit QR-Codes ausstatten und via Smartphone über die Vergangenheit des Ortes berichten – sei sie nun noch sichtbar oder in der Vergangenheit verschwunden. Dazu haben wir jetzt das Dortmunder TechnologieZentrum mit QR-Codes ausgestattet. Drei Codes berichten über die Vergangenheit des Standortes an der Universität Dortmund, von der Bronzezeit über das Mittelalter bis heute. Einsehbar ist die Geschichte auch via Computer: http://vergangenes-verorten.de/dortmund

Wir möchten allerdings nicht allein Dortmund in der Geschichte verorten. Auch andere Städte sind uns herzlich willkommen. Ziel ist es, umfassende Datenbanken für die Geschichte(n) verschiedener Orte anzulegen.

Und sonst?

Vom 3.11.2013 bis zum 21.4.2014 zeigt das LWL-Museum für Archäologie in Herne eine Sonderausstellung mit dem Titel „Uruk – 5000 Jahre Megacity“. Die Ausstellung wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der deutschen Ausgrabungen in Uruk (heute Irak) von verschiedenen renommierten Museen und Instituten konzipiert. Im Berliner Pergamonmuseum konnte sie über 400.000 Besucher in fünf Monaten verzeichnen.

Ab Januar 2014 hat die Steinwache in Dortmund eine eigene App. Mit Hilfe dieser informiert das Haus über seine Geschichte, Veranstaltungen und Öffnungszeiten. Daran angeschlossen ist ein GPS-basierter Stadtführer, der Interessierte zur 15 Orten auf Dortmunder Stadtgebiet lotst, die während der NS-Zeit eine bedeutende Rolle spielten. Konzipiert und entwickelt wird die App von der Geschichtsmanufaktur und Geomobile.

Neues aus der Forschung:

Spannende und bahnbrechende Entdeckungen gab es in der Hagener Blätterhöhle. Seit im Jahr 2004 dort Skelettreste mehrere Individuen entdeckt wurden, wird die Höhle in zahlreichen Grabungskampagnen erschlossen. Die neuesten Entdeckungen gleichen einer Sensation: Nahm man bis lang an, dass die hier lebenden Jäger und Sammler von einwandernden Ackerbauern verdrängt worden seien, zeigten Funde aus der Blätterhöhle, dass beide Subsistenzweisen über 2000 Jahre lang gemeinsam existiert haben müssen. Gruppen von Ackerbauern und Jägern und Sammlern nutzen gemeinsam die Blätterhöhle als Begräbnisplatz, vermutlich vermischten sie sich sogar miteinander.

Newsletter 2013-2

Newsletter 2/2013

Apps im Baukastensystem – praktische Lösungen für Museen mit kleinem Geldbeutel

Immer mehr Museen überlegen, ergänzend zum Führungsprogramm eine App entwickeln zu lassen, mit der sich der Besucher ohne Führung, aber dennoch geführt durch die Ausstellung bewegen kann. Viele große Museen haben eine solche App bereits. Kleinere, vor allem kommunale Museen scheuen diese Investition jedoch oft: Der Entwicklungsaufwand ist nicht zu unterschätzen, das Einpflegen der Inhalte nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch und etwaige Änderungen zu späteren Zeitpunkten können sich als kostenintensiv erweisen.

Unser Partner, eine Dortmunder Softwarefirma, hat jetzt jedoch ein System entwickelt, das Abhilfe schaffen kann: Aus verschiedenen vorprogrammierten Bausteinen kann sich das Museum die Bestandteile der App selbst auswählen, das Design wird an das jeweilige Haus angepasst und das Einpflegen der Texte und Bilder ist mit einem Klick möglich. Durch die vorprogrammierten Elemente erübrigt sich die ständige Neuentwicklung für jedes Museum, was der App einen großen Kostenvorteil verschafft. Sollen auch Außenbereiche eingebunden werden – z.B. Archäologische Parks und Lehrpfade, Kunstpfade etc – ist die Ortung und Leitung der Besucher per GPS ein bereits in der App integrierter Bestandteil. Darüber hinaus kann jedes Museum selbstständig Änderungen an den Inhalten vornehmen, wodurch die Folgekosten erheblich reduziert werden. Damit ebnet sich der Weg zu einer App auch für Museen, die nur ein kleines Budget aufbringen können.

Projekte

Das Deutsche Klingenmuseum in Solingen eröffnet am 1.6.2013 seine Ausstellung “Klein… Kinder-, Spielzeug- und Miniaturbestecke”, die sich mit der vielfältigen und bunten Welt der Bestecke befasst, die eben ein bisschen kleiner sind als die alltäglichen Löffel, Messer und Gabeln. Die Geschichtsmanufaktur hat dazu zahlreiche Mitmachstationen und ein ausstellungsbegleitendes Heft entwickelt, die junge und ältere Besucher auf Entdeckungsreise durch die Besteckwelt schicken. http://www.klingenmuseum.de/_deutsch/dkm/ausstellungen/ausstellungsvorschau.html

Und sonst?

Wir planen, Burgen, Schlösser und andere historische Gebäude mit QR-Codes auszurüsten. Man kennt es ja von sich selbst: Man kommt bei einem Spaziergang ganz zufällig an einem interessanten Gebäude vorbei, sei es nun eine Burgruine, ein noch bewohntes Schloss oder ein spannendes Bauwerk in einer Stadt – unwillkürlich fragt man sich, welche Geschichte hinter diesem Bau steckt. Hier möchte die Geschichtsmanufaktur Antworten bieten. Mit Hilfe kleiner QR-Codes, aufgebracht auf Metall- oder Plexiglasplatten, kann sich der interessierte Spaziergänger über die Geschichte des Ortes informieren. Einfach abgescannt mit dem Smartphone kommt die Information direkt aufs Handy. Gerade für die vielen bewohnten Schlösser und Herrenhäuser eine praktische Lösung.

Neues aus der Forschung:

Seltsame Dinge entdecken Archäologen immer wieder in allen Teilen der Erde, die den Forschern Rätsel aufgeben. Das gilt auch für einen großen Steinkegel von 10m Höhe und 70m Durchmesser, den Forscher bereits 2003 per Echolot im See Genezareth entdeckten. Erst in diesem Frühjahr wurde die seltsame Formation allerdings vermessen. Es scheint, als sei der Kegel vor etwa 4000 Jahren von Menschenhand errichtet worden. Weshalb und zu welchem Zweck kann zum jetzigen Zeitpunkt nur vermutet werden. Vielleicht handelt es sich um einen Grabhügel, der erst in späteren Jahrhunderten von den Fluten des Sees bedeckt wurde.

 

Newsletter 2013-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2013

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2013!

Dialogisches Führen – ein erfolgreiches Konzept?

Wer kennt die Situation nicht: Man befindet sich in der Ausstellung – im eigenen Haus oder als Besucher – und lauscht einer Führung. Oft genug hört man den Monolog des Museumspädagogen, mit dem Dialog zwischen Besuchern und Führendem ist es nicht weit her. Meist liegt das weniger am Museumspädagogen als an den zurückhaltenden Besuchern, die auf gesprächsanregende Fragen eher abweisend reagieren.

Das ist natürlich nicht immer so. Jüngere Besucher, gerade Schüler- und Kindergruppen blühen in den meisten Fällen geradezu auf, wenn sie sich mit eigenen Gedanken und Überlegungen an der Führung beteiligen dürfen. Das in der Ausstellung Gesehene und Erfahrene prägt sich wesentlich besser ein, wenn sie die Exponate eigenständig erkunden – angeleitet durch Fragen und Anregungen des Museumspädagogen. Gleiches gilt natürlich auch für Erwachsene, auch wenn es oft lange dauert, sie aus der Reserve zu locken.

Das “dialogische Führen” erweist sich bei immer mehr Ausstellungen als unverzichtbar. Oft genug werden so kontroverse und provozierende Themen angesprochen, dass die Besucher von sich aus untereinander und mit dem Führenden in den Dialog treten. So zum Beispiel bei der Ausstellung “Schädelkult”, die momentan im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne zu sehen ist. Zwei Themenschwerpunkt erweisen sich hier als besonders brisant:

Viele der Schädel sind während des 19. Jahrhunderts nach Europa gekommen. Wie genau die Objekte hierher gelangten, ob den Einheimischen abgekauft oder einfach entwendet, ist meist unklar. Heute stellen immer mehr Länder, aus denen die Schädel stammen, Rückforderungen an europäische Museen und Sammler. Wie geht man mit diesen Rückforderungen um? Das ist eine Frage, die die Besucher der Ausstellung umtreibt und die während der Führung diskutiert wird.

Außerdem beschäftigt viele Besucher die Frage der Ethik: Kann/darf man menschliche Überreste zur Schau stellen? Eine so große Zahl menschlicher Schädel wie bei Schädelkult findet man selten in einer Ausstellung versammelt – kein Wunder, wenn bei den Besuchern die Frage aufkommt, ob der Respekt den Toten gegenübergewahrt wird, wenn sie so zur Schau gestellt werden.

Ausstellungen wie Schädelkult zeigen, dass das dialogische Führen bei Gruppen aller Altersgruppen ihren Sinn hat. Es wäre schön, wenn erwachsene Besucher auch bei weniger brisanten Themen das Gespräch suchen bzw. sie mit Hilfe der Museumspädagogen dazu animiert werden können – schließlich ist die Diskussion nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Museumsmitarbeiter von großem Wert.

Auch der Deutsche Museumsbund widmete sich dem Umgang mit menschlichen Überresten in Ausstellungen. Unter der Leitung von Wiebke Ahrndt wurde 2012 ein Leitfaden erstellt, der Hinweise zum korrekten Umgang mit diesen Exponaten bietet. Wiebke Ahrndt ist Direktorin des Bremer Überseemuseums, ein Haus, das zahlreiche menschliche Überreste beherbergt.

Eine gute Lösung zum respektvollen Umgang mit einem Verstorbenen fand man beispielsweise auch im Museum der Burg Linn. Hier findet sich das Skelett des Herrn Otto von Linn (Erbauer der Burg) in einer sehr ansprechenden und zurückhaltenden Weise präsentiert.

Und sonst?

Wir erarbeiten ein museumspädagogisches Konzept für die Ausstellung “CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter”, ein Ausstellungsprojekt des Diözesanmuseums, des Museums in der Kaiserpfanz und Städtische Galerie in Paderborn. Wir werden eine Familienführung unter dem Titel “Gemeinsam für ein Halleluja” erstellen, die einen Dialog zwischen Jund und Alt zum Thema Christianisierung anregt und moderiert.

Unser neues Logo ist da. Grüner, frischer, jünger. Wir freuen uns und hoffen, dass es Ihnen genauso gut gefällt wie uns. Außerdem gibt es zum neuen Logo endlich auch die neue Website, die ebenso wie das Logo grün und frisch, aber auch sehr viel übersichticher geworden ist.

Mit der Website hat sich auch die Email-Adresse geändert: post@geschichtsmanufaktur.com

Veranstaltungen: Auf Einladung des Rheinischen Roundtables für History Marketing halten wir am 16.1.2013 im DOMID in Köln einen Votrag. Das Thema:

“Smarte Geschichte? – Historische Themen als Apps”.

Neues aus der Forschung:

Heute wartet die Geschichtsmanufaktur mit einem modischen Tip auf – allerdings nur für unsere Leser, die eine bis zur Taille reichende Haarpracht haben. Die us-amerikanische Friseurin und Hobbyarchäologin Janet Stephens hat in siebenjähriger Forschungsarbeit die Frisur der Vestalischen Jungfrauen ergründet. Sie fand nach gründlicher Untersuchung einer Portraitbüste aus dem Walters Art Museum in Baltimore heraus, dass die Damen sieben Zöpfe unterschiedlicher Flechttechniken auf dem Haupt trugen. Lässt man diese Frisiur von einer Person flechten – wohlgemerkt einer geübten Person – dauert es immernoch stolze 30 bis 45 Minuten, bis das Meisterwerk vollendet ist.

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