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Ruhrnachrichten berichten über vergangenes verorten und den neuen QR-Code in Dortmund-Körne

Wir freuen uns über einen neuen Bericht in den Ruhrnachrichten. Kurz nach der Montage des QR-Code an der Stele zum 1000jährigen Bestehen des Stadtteils Körne ist er erschienen. Der Code informiert über den mittelalterlichen Haupthof des Reichshofs Körne.

QR-Code an Stele Ein kleines Quadrat zu Körnes Geschichte – Ruhr Nachrichten

Auch die Seite der Stadt Dortmund erwähnt unseren Code! Geschichte Innenstadt-Ost verortet Vergangenes – Nachrichtenportal – Leben in Dortmund – Stadtportal dortmund.de

Newsletter 2014-2

Newsletter 2-2014

Das Ehrenamt in der Kultur – eine Beleuchtung von mehr als einer Seite
Momentan tourt die Wanderausstellung „Unser Denkmal. Wir machen mit“ zum Thema ehrenamtliches Engagement in der Denkmalpflege durch Nordrhein-Westfalen. Organisiert wurde die Ausstellung von vielen unterschiedlichen Partnern wie dem LVR und dem LWL, um nur zwei zu nennen.
Die Ausstellung spricht ein Thema an, das immer wichtiger für den Kultursektor wird. Ohne das Engagement von zahlreichen Freiwilligen könnten viele kultureller Projekte nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland nicht realisiert werden.
Meistens bringen die ehrenamtlichen Helfer hohen Sachverstand ein und sie liefern Ergebnisse von erstaunlicher Qualität. Mit geübtem Blick entdeckte schon so manch ein Freiwilliger beim Gang über ein Feld archäologische Funde oder entzifferte alte Schriften. Und ohne die vielen jungen Leute im Bundesfreiwilligendienst würde so manches Museum in die Knie gehen. Sie alle haben sich ein Wissen angeeignet, das dem der wissenschaftlich ausgebildeten Archäologen, Historiker, Kunsthistoriker und Geologen häufig in nichts nachsteht.
Doch trotz allem lohnt ein kritischer Blick auf das Ehrenamt. Beispielsweise verzichten vielen Museen auf geschultes Personal und lassen Führungen von Freiwilligen, meist von mit didaktischem Wissen unbelasteten Rentnern durchführen. Fachlich sicher oft hervorragend, kann es so jedoch dazu kommen, dass etwa eine Schülergruppen unfreiwillig als Publikum für einen ausufernden Vortrag über das Lieblingsobjekt eines älteren Herren eingespannt wird. An solch einem Punkt stellt sich dann die Frage, ob man einen Ehrenamtler in seinem Tun auch lenken kann – immerhin stellt er sein Wissen ja kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung. Ist er dann trotzdem Weisungsgebunden?
Und besteht nicht auch die Gefahr, dass in ihrer Freizeit arbeitende Ehrenamtler, die auf eine Bezahlung nicht angewiesen sind, Stellen blockieren, die andere nach einer langwierigen und teuren Ausbildung zum Broterwerb benötigen?
Gerade dort, wo junge, engagierte Menschen oft nur schwer eine Beschäftigung finden, lohnt auch ein kritischer Blick auf das Ehrenamt – ohne das Können, Wissen und Engagement zu schmälern, das Freiwillige der Wissenschaft und Gesellschaft zur Verfügung stellen.

Und sonst?
Die Geschichtsmanufaktur hat in den letzten Monaten gemeinsam mit zehn23 – studio für gestaltung ein vom LeoBaeckProgramm der Stiftung „Erinnerung.Verantwortung.Zukunft“ finanziertes Projekt initiiert, bei dem Schüler der Ricarda-Huch-Realschule in Dortmund die Biographien einiger jüdischer Dortmunder erforschten, die heute auf dem Dortmunder Ostfriedhof bestattet sind. An ihren Gräbern werden im Mai QR-Codes angebracht, durch die die Besucher vor Ort die Ergebnisse des Schülerprojektes abrufen können.
Die Schülerarbeiten sind aber auch vom PC abrufbar unter www.guidyon.de

Neues aus der Forschung
Worüber lachten die alten Ägypter? Dieser Frage ist der Ägyptologe Prof. Dr. Ludwig Morenz in seiner Studie „Kleine Archäologie des ägyptischen Humors. Ein kulturgeschichtlicher Testschnitt“ nachgegangen. Dazu untersuchte er Inschriften und Bilder auf Reliefs, Papyri oder Tonscherben – und stellte dabei fest: Humor hatte im Ägypten der Pharaonen genauso seinen Platz wie noch heute bei uns.
In den Witze, die man sich im Schatten der Pyramiden erzählte, verdrehte man gerne die bekannte Realität und übersteigerte das, was man als normal wahrnahm. So finden sich etwa Tierhieroglyphen, in denen ein Nilpferd in einem Baum sitzend Feigen sammelt, während ein Spatz mühselig eine Leiter besteigt. Man machte sich aber auch ironisch über seine Mitmenschen lustig, wenn man etwa bei gewissen Berufsgruppen übertrieben die schlechten Eigenschaften herausstellte, um den eigenen Berufsstand in den allerhöchsten Tönen zu loben. Auch ihre Feinde verspotten die Ägypter gerne, eine Tonscherbe zeigt etwa einen Nubier, der vor einer Katze und einer Maus kniet und um Gnade fleht.
Überliefert ist zumeist nur der Humor der Oberschicht. Das liegt einfach daran, dass die einfachen Menschen nicht schreiben konnten und so kaum die Möglichkeit fanden, eigene Witze oder komische Szenen festzuhalten. Humor hatte dabei den gleichen Zweck wie noch heute, er schuf Gruppenzugehörigkeit und hielt die Gesellschaft zusammen. Das sich die kleinen Leute über „die da oben“ lustig machten, darf daher angenommen werden. Und manche der alten Witze wirken auch heute noch spontan. So zeigt ein Relief in einem Grab in Saqqara einen an eine Tür gelehnten Wächter – schlafend.
(Quelle: http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/060-2014 und http://www.wdr2.de/kultur/aegyptenhumor100.html )

(Autor:Katharina Hülscher)

Newsletter 2013-3

Geschichtsmanufaktur Newsletter 2/2013

Indoor-Ortung via App in Museen: Greifbarer Traum oder finanzieller Alptraum?

Freilichtmuseen oder Archäologische Parks können sie schon lange nutzen: Die Ortung des Besuchers im Gelände. Via GPS und einem entsprechenden Gerät (Smartphone, Tablet oder jedes weitere Gerät mit GPS-Empfänger) ist innerhalb von Sekunden der Standort einer Person bestimmt. Praktisch, wenn ein Museum dem Besucher eine App zur Verfügung stellen kann, denn mit einer an GPS angeknüpften App kann sich der Besucher via Satellit durch das Gelände führen lassen. Doch wie ist das, wenn der Besucher das Außengelände verlässt und sich die Ausstellung im Gebäudeinneren anzuschauen? Ist dann eine Ortung und die damit verbundene Führung mit Hilfe der GPS-verbundenen App weiterhin möglich? Leider nein. Sobald der „Sichtkontakt“ zwischen Satellit und Empfangsgerät abreißt, ist eine Verortung des Besuchers nicht mehr möglich.

Um da Abhilfe zu schaffen, wird von zahlreichen Firmen der IT-Branche geforscht, gefördert mit EU-Mitteln. Ziel ist es, die Indoor-Ortung unkompliziert und kostengünstig zu gewährleisten. Zwei Schlagworte, die auch von Museen von großer Bedeutung sind. Doch bis heute sind die Ergebnisse eher wenig vielversprechend: Immer ist der Ausbau einer eigenen Ortungs-Infrastruktur für die Räume notwendig. Gängige Methoden, an denen man heute forscht, sind die Ortungen via WLAN, Infrarot und Bluetooth. Sieht man von den Kosten ab, die für die Installation der nötigen Sende- und Empfangsgeräte in den Räumen entstehen, weisen alle Systeme ein für Ausstellungen erhebliches Problem auf: Die meisten Systeme haben mit Standortabweichungen von einigen Metern zu kämpfen – äußerst unpraktisch, möchte man den Besucher doch mit den zu seinem Standort passenden Informationen versorgen und nicht über die zwei Meter entfernte Vitrine in Kenntnis setzen. Lediglich ein System, dass mit Ultra-Breitbandtechnologie arbeitet, macht eine zentimetergenaue Ortung möglich. Funkwellen mit einem sehr großen Frequenzbereich werden von einem Sendegerät ausgestrahlt und Messen die Wegstrecke zwischen Sender und Besucher. Daraus wird der Standort des Besuchers errechnet – vorausgesetzt es steht weder eine Vitrine noch eine Person zwischen Funkwellensender und zu ortender Person.

Guidyon

Der Dortmunder Ostfriedhof ist der älteste kommunale Friedhof in Dortmund, auf dem noch heute bestattet wird. Zahlreiche berühmte Dortmunder Persönlichkeiten haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden, so z.B. die Familien Hoesch und Fritz Brinkhoff.

Die Geschichtsmanufaktur möchte gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski die historisch und kunsthistorisch bedeutenden Gräber des Friedhofs mit QR-Codes ausstatten. Begonnen wurde das Projekt „Guidyon“ mit einer Stele am Grab der Kochbuchautorin Henriette Davidis. Geplant ist, dass noch 80 weitere Stelen folgen sollen, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Informationen zum Projekt finden Sie unter www.guidyon.de

Presseberichte finden sich u.a. hier:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/qr-codes-infos-zum-toten-aufs-handy-page5-id8135816.html

http://www.pflichtlektuere.com/27/06/2013/qr-codes-leisten-toten-gesellschaft/

Und sonst?

Am 26. Juli startet die Ausstellung CREDO – Die Christianisierung Europas im Mittelalter. In drei Paderborner Museen werden die Anfänge des Christentums und deren Ausbreitung über ganz Europa mit spannenden und seltenen Exponaten für den Besucher erlebbar. Die Geschichtsmanufaktur ist mit im Boot und hat eine Familienführung unter dem Titel „Gemeinsam für ein Halleluja“ sowie ein Ferienprogramm entwickelt, bei dem Kinder zu Museumsführern ausgebildet werden.

Dortmund wird digital erfahrbar. Zumindest an einigen Orten. Das TechnologieZentrum Dortmund stattet drei seiner Gebäude mit QR-Codes aus, die Besucher über die Geschichte des Ortes informieren sollen. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart wird das Dortmunder TechnologieZentrum in der Geschichte verortet. Die Geschichtsmanufaktur nimmt gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski diese Verortung vor.

Mehr Informationen gibt es auf www.vergangenes-verorten.de

Neues aus der Forschung:

Tracking in caves“, ein Projekt der Universität Köln und des Neanderthal Museums, möchte Spuren von Steinzeitmenschen mit Hilfe von San-Jägern aus Namibia (auch „Buschleute“ genannt) entschlüsseln.

Die San-Jäger leben als eine der letzten Völker noch als Sammler und Jäger und sind sehr geübte und kompetente Fährtenleser. Drei Angehörige dieses Stammes werden Höhlen in den Pyrenäen besuchen, in denen Hand- und Fußabdrücke aus der Steinzeit erhalten sind und diese näher untersuchen. Die Forscher erhoffen sich von den geübten Spurenlesern zahlreiche Informationen über die Menschen, die diese Abdrücke hinterließen.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.trackingincaves.com/index.html

Ruhrnachrichten über Guidyon

Am 23.7.2013 berichteten die Ruhrnachrichten und die WAZ über Guidyon und die Stele am Grab von Henriette Davidis.

Hier ist der Artikel. (Quelle RN 23.7.13)

Vortrag: Smarte Geschichte

Am 16.1.2013 haben wir bei den „Ollen Kamellen“, dem Rheinischen Roundtable zum History Marketing einen Votrag gehalten zum Thema

„Smarte Geschichte? – Historische Themen als Apps“.

Vielen Dank an alle, die unseren Ausführungen gelauscht und zu der spannenden Diskussion beigetragen haben.

Wer noch einmal nachlesen möchte, worum es genau ging, hier geht’s zur Präsentation:

http://prezi.com/yrirqrjh-y0u/smarte-geschichte/?auth_key=13b914334e20248bae6943fb98fb0a804f865c1b&kw=view-yrirqrjh-y0u&rc=ref-20468643