Newsletter 2016-2

Gesetz gegen den „Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit“ kann für viele Museen und ihre freien Mitarbeiter zum Problem werden
Schon länger ist es Gesprächsthema in vielen Museen: Das geplante Gesetz gegen den „Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit“, das Anfang 2017 in Kraft treten soll.
Das Gesetz richtet sich nicht in erster Linie an Kultureinrichtungen oder ihre Auftragnehmer, vielmehr stehen Firmen der Automobil- oder Baubranche im Focus, bei denen Leiharbeit Gang und Gebe ist. Doch auch für kommunale Einrichtungen oder Firmen, die mit Freiberuflern arbeiten, kann sich das Gesetz als Stolperfalle entpuppen. Dies hängt mit den Kriterien scheinselbstständiger Arbeit zusammen, die das Gesetz definiert. Demnach befindet sich derjenige in einem scheinselbstständigen Arbeitsverhältnis, der:

  • seine Arbeitszeit und seine geschuldete Leistung nicht frei gestalten kann
  • seine Leitungen überwiegend in den Räumen eines anderen erbringt
  • zur Leistungserbringung regelmäßig die Mittel eines anderen nutzt
  • eine Leistung in Zusammenarbeit mit Personen erbringt, die von einem anderen eingesetzt oder beauftragt sind
  • keine eigene betriebliche Organisation unterhält
  • ausschließlich oder überwiegend für einen anderen tätig ist
  • Leistungen erbringt, die nicht auf die Herstellung oder Erreichung eines bestimmten Arbeitsergebnisses oder -erfolgs gerichtet sind
  • keine Gewähr für seine Tätigkeit leistet. (Quelle: VGSD)

Die meisten dieser Kriterien treffen auf Freiberufler jeder Branche zu, in Museen ist allerdings ein Tätigkeitfeld besonders betroffen: Es sind die freiberuflich tätigen Museumspädagogen, die nahezu jedes der o.g. Merkmale erfüllen. Man darf also davon ausgehen, dass es, sollte das Gesetz in naher Zukunft tatsächlich in Kraft treten, zu einigen Änderungen in der museumspädagogischen Landschaft der Bundesrepublik kommen wird.

Veranstaltung zur Scheinselbstständigkeit:

Der Bund freiberuflicher Kulturwissenschaftler (BfK) organisiert zum Thema Scheinselbstständigkeit im Kultursektor eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „kulturWIRTSCHAFTLICHE Fragen“.
Am 2. Mai zwischen 17 und 20 Uhr findet im Theater im Depot in Dortmund die Auftaktveranstaltung der „kulturWIRTSCHAFTLICHEN Fragen“ statt. Der Focus liegt an diesem Abend besonders auf den Museumspädagogen und der Scheinselbstständigkeit. Eine Vertreterin von Verdi und ein Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Museumspädagogen NRW beleuchten Chancen und Risiken des Gesetzentwurfs.
Mehr Informationen sowie die Anmeldemodalitäten dazu finden Sie auf www.b-f-k.de. Anmeldung bis zum 22. April unter anmeldung@b-f-k.de .

Und sonst?

Noch bis Mitte Mai zeigt das Emschertal-Museum in Herne die von der Geschichtsmanufaktur kuratierte Ausstellung „Ausgepackt – Die Glas- und Keramiksammlung des Emschertal-Museums“.

Für die Realschule an der Windmühle in Ennigerloh hat die Geschichtsmanufaktur ein Webprojekt konzipiert, bei dem sich Schüler der Jahrgangsstufe 10 mit verschiedenen Opfergruppen der NS-Zeit auseinandersetzen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Erste Ergebnisse werden ab Ende April im Netz zu sehen sein.

Voraussichtlich ab Anfang Juli bildet die Geschichtsmanufaktur Museumsmoderatoren für den Kreis Olpe aus. Schwerpunkt bei dieser Ausbildung liegt auf der Anwerbung junger Moderatoren ab 16 Jahren.