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Newsletter 2013-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2013

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2013!

Dialogisches Führen – ein erfolgreiches Konzept?

Wer kennt die Situation nicht: Man befindet sich in der Ausstellung – im eigenen Haus oder als Besucher – und lauscht einer Führung. Oft genug hört man den Monolog des Museumspädagogen, mit dem Dialog zwischen Besuchern und Führendem ist es nicht weit her. Meist liegt das weniger am Museumspädagogen als an den zurückhaltenden Besuchern, die auf gesprächsanregende Fragen eher abweisend reagieren.

Das ist natürlich nicht immer so. Jüngere Besucher, gerade Schüler- und Kindergruppen blühen in den meisten Fällen geradezu auf, wenn sie sich mit eigenen Gedanken und Überlegungen an der Führung beteiligen dürfen. Das in der Ausstellung Gesehene und Erfahrene prägt sich wesentlich besser ein, wenn sie die Exponate eigenständig erkunden – angeleitet durch Fragen und Anregungen des Museumspädagogen. Gleiches gilt natürlich auch für Erwachsene, auch wenn es oft lange dauert, sie aus der Reserve zu locken.

Das „dialogische Führen“ erweist sich bei immer mehr Ausstellungen als unverzichtbar. Oft genug werden so kontroverse und provozierende Themen angesprochen, dass die Besucher von sich aus untereinander und mit dem Führenden in den Dialog treten. So zum Beispiel bei der Ausstellung „Schädelkult“, die momentan im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne zu sehen ist. Zwei Themenschwerpunkt erweisen sich hier als besonders brisant:

Viele der Schädel sind während des 19. Jahrhunderts nach Europa gekommen. Wie genau die Objekte hierher gelangten, ob den Einheimischen abgekauft oder einfach entwendet, ist meist unklar. Heute stellen immer mehr Länder, aus denen die Schädel stammen, Rückforderungen an europäische Museen und Sammler. Wie geht man mit diesen Rückforderungen um? Das ist eine Frage, die die Besucher der Ausstellung umtreibt und die während der Führung diskutiert wird.

Außerdem beschäftigt viele Besucher die Frage der Ethik: Kann/darf man menschliche Überreste zur Schau stellen? Eine so große Zahl menschlicher Schädel wie bei Schädelkult findet man selten in einer Ausstellung versammelt – kein Wunder, wenn bei den Besuchern die Frage aufkommt, ob der Respekt den Toten gegenübergewahrt wird, wenn sie so zur Schau gestellt werden.

Ausstellungen wie Schädelkult zeigen, dass das dialogische Führen bei Gruppen aller Altersgruppen ihren Sinn hat. Es wäre schön, wenn erwachsene Besucher auch bei weniger brisanten Themen das Gespräch suchen bzw. sie mit Hilfe der Museumspädagogen dazu animiert werden können – schließlich ist die Diskussion nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Museumsmitarbeiter von großem Wert.

Auch der Deutsche Museumsbund widmete sich dem Umgang mit menschlichen Überresten in Ausstellungen. Unter der Leitung von Wiebke Ahrndt wurde 2012 ein Leitfaden erstellt, der Hinweise zum korrekten Umgang mit diesen Exponaten bietet. Wiebke Ahrndt ist Direktorin des Bremer Überseemuseums, ein Haus, das zahlreiche menschliche Überreste beherbergt.

Eine gute Lösung zum respektvollen Umgang mit einem Verstorbenen fand man beispielsweise auch im Museum der Burg Linn. Hier findet sich das Skelett des Herrn Otto von Linn (Erbauer der Burg) in einer sehr ansprechenden und zurückhaltenden Weise präsentiert.

Und sonst?

Wir erarbeiten ein museumspädagogisches Konzept für die Ausstellung „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“, ein Ausstellungsprojekt des Diözesanmuseums, des Museums in der Kaiserpfanz und Städtische Galerie in Paderborn. Wir werden eine Familienführung unter dem Titel „Gemeinsam für ein Halleluja“ erstellen, die einen Dialog zwischen Jund und Alt zum Thema Christianisierung anregt und moderiert.

Unser neues Logo ist da. Grüner, frischer, jünger. Wir freuen uns und hoffen, dass es Ihnen genauso gut gefällt wie uns. Außerdem gibt es zum neuen Logo endlich auch die neue Website, die ebenso wie das Logo grün und frisch, aber auch sehr viel übersichticher geworden ist.

Mit der Website hat sich auch die Email-Adresse geändert: post@geschichtsmanufaktur.com

Veranstaltungen: Auf Einladung des Rheinischen Roundtables für History Marketing halten wir am 16.1.2013 im DOMID in Köln einen Votrag. Das Thema:

„Smarte Geschichte? – Historische Themen als Apps“.

Neues aus der Forschung:

Heute wartet die Geschichtsmanufaktur mit einem modischen Tip auf – allerdings nur für unsere Leser, die eine bis zur Taille reichende Haarpracht haben. Die us-amerikanische Friseurin und Hobbyarchäologin Janet Stephens hat in siebenjähriger Forschungsarbeit die Frisur der Vestalischen Jungfrauen ergründet. Sie fand nach gründlicher Untersuchung einer Portraitbüste aus dem Walters Art Museum in Baltimore heraus, dass die Damen sieben Zöpfe unterschiedlicher Flechttechniken auf dem Haupt trugen. Lässt man diese Frisiur von einer Person flechten – wohlgemerkt einer geübten Person – dauert es immernoch stolze 30 bis 45 Minuten, bis das Meisterwerk vollendet ist.

Sie möchten den Newsletter abbestellen?

Dann schreiben Sie bitte eine Mail an post@geschichtsmanufaktur.com, wir nehmen Sie dann umgehend aus der Mailingliste.

 

Früher war mehr Lametta!

Wir bedanken uns bei den engagierten Bastlern für die fotographierten Bäume!

 

 

Weihnachtsbaum_viality

Viality

Michael Lagers – Westfälisches Museum für Archäologie

Heike Kollakowski – zehn23 Studio für Gestaltung

Linda Oberste-Beulmann, Emschertal Museum

Kai Jansen, CREDO – Die Christianisierung Europas im Mittelalter

Bettina Rinke, Museumsinitiative OWL

App und QR-Code – Ein Vergleich

Wir haben einen QR-Code!

Versuchen Sie doch mal, unsere Website auf Ihrem Smartphone über unseren QR-Code einzugeben. Unsere Website ist selbstverständlich auch mobil und daher also auf einem Smartphone gut lesbar.

QR-Code der Geschichtsmanufaktur

QR-Codes werden auch für Museen immer interessanter. Neben Apps bieten sich die kleinen schwarz-weißen Rechtecke für Museen und Ausstellungen eine kostengünstige Möglichkeit zur multimedialen Kommunikation mit den Besuchern.

Doch wo genau liegen die Unterschiede zwischen Apps und QR-Codes? Darüber informiert in einfachen Worten die folgende Auflistung

 

Kriterium QR-Code App
Umfang Website, ausgestattet mit zahlreichen Unterseiten für die jeweiligen Exponate. Einheitliches Programm, installiert auf dem jeweilgen Smartphone/Tablet-PC des Besuchers.
Internet Wird benötigt, da der Besucher durch das Abscannen der Codes auf eine Website geleitet wird. Die Einwahl erfolgt entweder über UMTS (wenn im Haus ausreichend) oder über ein im Museum installiertes W-LAN-Netz. Nicht nötig, das Programm wird vor dem Besuch auf dem Smartphone installiert und läuft dann ohne Internetzugang.
Nutzung außerhalb Da die QR-Codes webbasiert sind, ist es problemlos möglich, die Informationen auch durch Eingabe der URL vom heimischen PC aus abzurufen. Die App ist fest auf dem Smartphone/Tablet-PC des Besuchers installiert und kann jederzeit von diesem genutzt werden.
Verschlüsselung Daten und Informationen zu Exponaten o.ä., die der Besucher nur im Museum erhalten soll, sind verschlüsselbar. So wird gewährleistet, dass die Expoante nicht nur vor dem heimischen PC betrachtet werden, sondern ein Museumsbesuch erfolgen muss, um alle Informationen zu erhalten. Auch hier ist es möglich, Informationen zu Exponaten erst im Museum zugänglich zu machen. Die App kann so als “Appetizer” funktionieren, die den Besucher in die Ausstellung lockt.
Ankündigungen Ankündigungen sind auf der mobilen Website problemlos aufführbar, Informationen dazu erhält der Nutzer jedoch nicht automatisch. Der App-Nutzer wird über jede Änderung der App informiert. Praktisch heißt das, dass der Nutzer z.B. immer bei einem neuen Eintrag im Veranstaltungskalender der App über die anstehende Veranstaltung informiert wird.
Anforderungen an den Nutzer Der Nutzer muss bei jedem QR-Code selbst in Aktion treten und den Code einscannen. Im Gegenzug muss er jedoch nichts auf sein Telefon herunterladen, Speicherplatz wird also nicht in Anspruch genommen. Die App muss heruntergeladen werden. In der Ausstellung muss der Besucher die Informationen zum jeweiligen Exponat z.B. per Zahleneingabe abrufen. Eine Ausstattung der Ausstellung mit einem internetbasierten Leitsystem, das dem Nutzer automatisch die Informationen zu Objekten in seiner Umgebung anzeigt ist möglich, jedoch sehr kostenintensiv und störungsanfällig.  Informationen zu Veranstaltungen und Neuerungen erhält der Nutzer automatisch.
Anbindung an äußere Begebenheiten Die Website kann Informationen zu den umliegenden Gebäuden enthalten, die ebenfalls mit QR-Codes ausgestattet werden können. So kann das Museum vor den historischen Hintergrund der Stadt betrachtet und weitere Punkte in der Umgebung einbezogen werden. Gleiches gilt für die App.
GPS (interessant, wenn auch aushäusige Bereiche einbezogen werden sollen) Eine GPS-Anbindung ist nicht möglich, dementsprechend fehlt die Navigationsfunktion zu den nächsten interessanten und mit QR-Codes ausgestatteten Punkten in Minden. Es können jedoch problemlos Wegbeschreibungen zu den jeweiligen Punkten auf der Website hinterlegt werden, die dem Nutzer Weghinweise geben. So ist die Installierung eines Rundweges durch Minden möglich, jedoch ohne direktes Leitsystem für den Nutzer. Eine GPS-Anbindung ist möglich, die App funktioniert in diesem Fall auch als Navigationsgerät. So kann der Besucher außerhalb des Museums zu interessanten Punkten in Minden geleitet werden. Er erhält dazu von seinem Smartphone/Tablet-PC die genauen Wegbeschreibungen von seinem jeweiligen Standpunkt aus. Steht er also vor einem in der App enthaltenen Gebäude, erhält er unmittelbar den Hinweis, wo sich der nächste Punkt befindet, und wird dorthin geleitet.
Erweiterungen Wenn gewünscht, können im Laufe der Zeit mehr Exponate eingepflegt werden. Ebenso bei einer App
Sonderausstellungen Im Bereich der Website kann ein graphisches Grundgerüst für Sonderausstellungen errichtet werden, in das die Informationen zu den jeweiligen Exponaten bei Bedarf eingepflegt werden. Dieses Grundgerüst ist immer wieder verwendbar. Gleiches gilt auch für eine App.
Wartungsintensität (Texte) Die Wartung kann durch die Museumsmitarbeiter erfolgen. Da die Website CMS-basiert ist, können diese neue Texte eingepfelgen. Neue Texte bzw. Textänderungen sind leicht und schnell möglich, jedoch müssen sie durch den Appentwickler in den Quellcode die App eingegeben werden.