Archive for the ‘ Vortragsreihen ’ Category

Newsletter 2013-3

Geschichtsmanufaktur Newsletter 2/2013

Indoor-Ortung via App in Museen: Greifbarer Traum oder finanzieller Alptraum?

Freilichtmuseen oder Archäologische Parks können sie schon lange nutzen: Die Ortung des Besuchers im Gelände. Via GPS und einem entsprechenden Gerät (Smartphone, Tablet oder jedes weitere Gerät mit GPS-Empfänger) ist innerhalb von Sekunden der Standort einer Person bestimmt. Praktisch, wenn ein Museum dem Besucher eine App zur Verfügung stellen kann, denn mit einer an GPS angeknüpften App kann sich der Besucher via Satellit durch das Gelände führen lassen. Doch wie ist das, wenn der Besucher das Außengelände verlässt und sich die Ausstellung im Gebäudeinneren anzuschauen? Ist dann eine Ortung und die damit verbundene Führung mit Hilfe der GPS-verbundenen App weiterhin möglich? Leider nein. Sobald der „Sichtkontakt“ zwischen Satellit und Empfangsgerät abreißt, ist eine Verortung des Besuchers nicht mehr möglich.

Um da Abhilfe zu schaffen, wird von zahlreichen Firmen der IT-Branche geforscht, gefördert mit EU-Mitteln. Ziel ist es, die Indoor-Ortung unkompliziert und kostengünstig zu gewährleisten. Zwei Schlagworte, die auch von Museen von großer Bedeutung sind. Doch bis heute sind die Ergebnisse eher wenig vielversprechend: Immer ist der Ausbau einer eigenen Ortungs-Infrastruktur für die Räume notwendig. Gängige Methoden, an denen man heute forscht, sind die Ortungen via WLAN, Infrarot und Bluetooth. Sieht man von den Kosten ab, die für die Installation der nötigen Sende- und Empfangsgeräte in den Räumen entstehen, weisen alle Systeme ein für Ausstellungen erhebliches Problem auf: Die meisten Systeme haben mit Standortabweichungen von einigen Metern zu kämpfen – äußerst unpraktisch, möchte man den Besucher doch mit den zu seinem Standort passenden Informationen versorgen und nicht über die zwei Meter entfernte Vitrine in Kenntnis setzen. Lediglich ein System, dass mit Ultra-Breitbandtechnologie arbeitet, macht eine zentimetergenaue Ortung möglich. Funkwellen mit einem sehr großen Frequenzbereich werden von einem Sendegerät ausgestrahlt und Messen die Wegstrecke zwischen Sender und Besucher. Daraus wird der Standort des Besuchers errechnet – vorausgesetzt es steht weder eine Vitrine noch eine Person zwischen Funkwellensender und zu ortender Person.

Guidyon

Der Dortmunder Ostfriedhof ist der älteste kommunale Friedhof in Dortmund, auf dem noch heute bestattet wird. Zahlreiche berühmte Dortmunder Persönlichkeiten haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden, so z.B. die Familien Hoesch und Fritz Brinkhoff.

Die Geschichtsmanufaktur möchte gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski die historisch und kunsthistorisch bedeutenden Gräber des Friedhofs mit QR-Codes ausstatten. Begonnen wurde das Projekt „Guidyon“ mit einer Stele am Grab der Kochbuchautorin Henriette Davidis. Geplant ist, dass noch 80 weitere Stelen folgen sollen, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Informationen zum Projekt finden Sie unter www.guidyon.de

Presseberichte finden sich u.a. hier:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/qr-codes-infos-zum-toten-aufs-handy-page5-id8135816.html

http://www.pflichtlektuere.com/27/06/2013/qr-codes-leisten-toten-gesellschaft/

Und sonst?

Am 26. Juli startet die Ausstellung CREDO – Die Christianisierung Europas im Mittelalter. In drei Paderborner Museen werden die Anfänge des Christentums und deren Ausbreitung über ganz Europa mit spannenden und seltenen Exponaten für den Besucher erlebbar. Die Geschichtsmanufaktur ist mit im Boot und hat eine Familienführung unter dem Titel „Gemeinsam für ein Halleluja“ sowie ein Ferienprogramm entwickelt, bei dem Kinder zu Museumsführern ausgebildet werden.

Dortmund wird digital erfahrbar. Zumindest an einigen Orten. Das TechnologieZentrum Dortmund stattet drei seiner Gebäude mit QR-Codes aus, die Besucher über die Geschichte des Ortes informieren sollen. Von der Steinzeit bis zur Gegenwart wird das Dortmunder TechnologieZentrum in der Geschichte verortet. Die Geschichtsmanufaktur nimmt gemeinsam mit der Dipl.-Designerin Heike Kollakowski diese Verortung vor.

Mehr Informationen gibt es auf www.vergangenes-verorten.de

Neues aus der Forschung:

Tracking in caves“, ein Projekt der Universität Köln und des Neanderthal Museums, möchte Spuren von Steinzeitmenschen mit Hilfe von San-Jägern aus Namibia (auch „Buschleute“ genannt) entschlüsseln.

Die San-Jäger leben als eine der letzten Völker noch als Sammler und Jäger und sind sehr geübte und kompetente Fährtenleser. Drei Angehörige dieses Stammes werden Höhlen in den Pyrenäen besuchen, in denen Hand- und Fußabdrücke aus der Steinzeit erhalten sind und diese näher untersuchen. Die Forscher erhoffen sich von den geübten Spurenlesern zahlreiche Informationen über die Menschen, die diese Abdrücke hinterließen.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.trackingincaves.com/index.html

Ruhrnachrichten über Guidyon

Am 23.7.2013 berichteten die Ruhrnachrichten und die WAZ über Guidyon und die Stele am Grab von Henriette Davidis.

Hier ist der Artikel. (Quelle RN 23.7.13)

Vortrag: Smarte Geschichte

Am 16.1.2013 haben wir bei den „Ollen Kamellen“, dem Rheinischen Roundtable zum History Marketing einen Votrag gehalten zum Thema

„Smarte Geschichte? – Historische Themen als Apps“.

Vielen Dank an alle, die unseren Ausführungen gelauscht und zu der spannenden Diskussion beigetragen haben.

Wer noch einmal nachlesen möchte, worum es genau ging, hier geht’s zur Präsentation:

http://prezi.com/yrirqrjh-y0u/smarte-geschichte/?auth_key=13b914334e20248bae6943fb98fb0a804f865c1b&kw=view-yrirqrjh-y0u&rc=ref-20468643