Newsletter 2014-1

Geschichtsmanufaktur

Newsletter 1/2014

Wir wünschen den Lesern unseres Newsletters ein schönes und erfolgreiches 2014!

Crowdfunding – eine Alternative für die Kultur?

In anderen Ländern schon weit verbreitet, ist das Crowdfunding in Deutschland noch für viele unbekanntes Terrain. Dabei bietet die „Finanzierung durch den Schwarm“ neue und vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten in zahlreichen Gebieten. Vor allem die mit immer weniger Geldmitteln ausgestattetet Kulturbranche könnte profitieren. Aber was ist Crowdfunding überhaupt?

Wie die direkte Übersetzung aus dem Englischen (Schwarmfinanzierung) schon vermuten lässt, werden für Projekte Gelder von einer Menschenmenge zur Verfügung gestellt. Das funktioniert vor allem über das Internet:
Auf einer Crowdfunding-Plattform (startnext.de oder kickstarter.de sind die Bekanntesten in Deutschland) wird ein Projekt mit seinen Initiatoren ausführlich vorgestellt. Jedes Projekt beginnt mit der sogenannten „Startphase“: Es werden zunächst Befürworter des Projekts gesammelt, die nichts weiter tun müssen, als durch einen einfachen „Klick“ zu bekunden, dass sie diese eine Idee für unterstützenswert halten. Diese Startphase dauert vier Wochen, die Anzahl der mindestens zu erreichenden Fans richtet sich nach der Höhe der Geldsumme, die man über das Crowdfunding einnehmen möchte. Wird die geforderte Fananzahl nicht erreicht, endet das Crowdfunding.
Ist der Monat jedoch um und es sind genügend Fans vorhanden, kommt man in die sogenannte Finanzierungsphase: Nun geht es darum, sein Projekt publik zu machen, und in einem Zeitraum von ein bis maximal drei Monaten die vorher festgelegte Summe zu akquirieren. Die Spender, die ein Projekt unterstützen, wählen selbst die Höhe ihres Beitrags. Sie gehen dabei kein Risiko ein: Kommt die angestrebte Summe nicht zusammen, erhält jeder Spender sein Geld zurück.
Ist nach spätestens drei Monaten das Fundingziel erreicht, erhält jeder Unterstützer eine kleine Gegenleistung. Diese Gegenleistungen sind meist kleine Geschenke symbolischer Natur, die in engem Zusammenhang mit dem finanzierten Projekt stehen. Bei sehr großen Projekten, die große Geldsummen akquirieren, kann dieses Geschenk auch als finanzielle Gewinnausschüttung nach erfolgreichem Projektabschluss ausfallen.
Ein bekanntes Projekt, dass über Crowdfunding finanziert wurde, ist die Website „stoersender.tv“, unterstützt vom kürzlich verstorbenen Dieter Hildebrand. Dank der prominenten Unterstützung konnten innerhalb eines kurzen Zeitraums über 125.000€ gesammelt werden.
Gerade für die notorisch unterfinanzierte Kultur kann Crowdfunding eine Möglichkeit der Co-Finanzierung darstellen. Dort, wo aus Mangel an Geldmitteln viele Projekte von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheinen, kann Crowdfunding eine Anstoß- oder Teilfinanzierung bieten. Ein Freibrief, die Gelder für kulturelle Vorhaben noch weiter zu kürzen, darf Crowdfunding jedoch nicht werden.
Auch wir haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.
Für unser Gemeinschaftsprojekt „vergangenes verorten – QR-Codes für die Stadtgeschichte“ mit Dipl.-Designerin Heike Kollakowski von „zehn23 – studio für gestaltung“ suchen wir momentan eine Crowd, die sich an der Finanzierung von mindestens zwei QR-Codes an historisch-interessanten Gräbern auf dem Dortmunder Ostfriedhof beteiligt.
Informieren Sie sich unter www.startnext.de/vergangenes-verorten

Und sonst?
Am 28. Januar 814 starb Kaiser Karl der Große in Aachen. Sein Todestag jährt sich in diesem Monat zum 1200. Mal.
Die Stadt Aachen nimmt dieses Datum zum Anlass, eine große Ausstellung über das Leben und Wirken Karls des Großen zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 20.6. bis zum 21.9.2014 an drei Orten in Aachen: Im Krönungssaal des Rathauses, im Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer.
Und noch ein besonderes Ereigniss findet dieses Jahr in Aachen statt: vom 20.6.-29.6. werden vier Stoffreliquien dem Marienschrein entnommen, die sogenannte „Heiligtumsfahrt“ findet statt.  Seit dem Jahr 1349 findet dieses Ereigniss alle sieben Jahre statt und zieht zahlreiche Besucher in die Stadt.

2014 ist jedoch nicht nur ein bedeutendes Jahr für Aachen, sondern für ganz Europa: Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Der LWL hat aus diesem Jahr gemeinsam mit zahlreichen Museen aus der Region Westfalen-Lippe eine Wanderausstellung zum Thema „Heimatfront“ ins Leben gerufen. Sie beginnt im Februar im Mindener Museum.
Die Geschichtsmanufaktur entwickelt für diese Ausstellung ein Museumspädagogisches Programm für die Sekundarstufe I.

Für die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund habt die Geschichtsmanufaktur gemeinsam mit Geomobile eine App entwickelt, die sowohl als Informationstool für die Steinwache, als auch als Reiseführer durch Dortmund dient: Via GPS wird der Nutzer an 15 Orte in Dortmund geleitet, die für die Geschichte des Nationalsozialismus von Bedeutung sind.

(Autor:Katharina Hülscher)